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Villingen-Schwenningen Grimmepreis für Greifeneder

Die Schwenninger Autorin Anke Greifeneder räumt mit ihrer Fernsehserie ab. Die 41-Jährige erzählt in „Add a friend“ von modernen Powerfrauen zwischen Internet und Beziehung.

Heute wird der 49. Grimmepreis verliehen, einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Medienpreis Deutschlands. Zu den Gewinnern zählt eine Frau aus Schwenningen: Anke Greifeneder.

Die Wahl-Münchnerin, bleibt in der Erfolgsspur: Was die 41-jährige Greifeneder anpackt, das gelingt auch. „Ich platze vor Stolz und bin überglücklich“, hat sie vor kurzem auf ihrer Facebook-Seite gepostet. Zu Recht: Vier erfolgreiche Liebesromane hat sie veröffentlicht, der fünfte ist bald fertig. Seit kurzem ist sie Mutter eines kleinen Sohnes und sie ist eine erfolgreiche Fernsehmacherin. Von heute Abend an dokumentiert dies der Grimme-Preis, den Anke Greifeneder für die Serie „Add a Friend“ erhält, der ersten fiktionalen Eigenproduktion von TNT Serie, dem Seriensender von Turner Broadcasting System Deutschland. Dort ist sie als Programmchefin tätig. Ebenfalls ausgezeichnet wird Produzent Quirin Berg. Beide bekommen die Auszeichnung in der Kategorie „Fiktion“.

Bei „Add a Friend“ tauchen die Zuschauer ein in die Leben von sechs Menschen, die über Webcams miteinander in Verbindung stehen. Sie kommunizieren über Computer und Social Media und tun all das, was früher nur off line geschah: Sie reden und sie streiten sich, sie verlieben und sie belügen sich, sie suchen und sie finden sich, sie gewinnen und verlieren, sie leben und arbeiten online. In diesem Setting erzählt „Add a Friend“ neue und überraschende Geschichten. Die nächste Wendung ist immer nur einen Mausklick entfernt. Das ist genau das Metier von Anke Greifeneder, die hier als Programmchefin großen Einfluss aufs Serienkonzept nehmen konnte.

„Add a friend“ ist praktisch der Stoff, aus dem auch ihre Bücher sind. Denn mit Liebesgeschichten, gespickt mit Zwischenmenschlichem, zieht sie auch ihre Leserinnen in den Bann. Die Heldinnen ihrer Bücher sind taffe Frauen, die sich nicht unterkriegen lassen. Fachleute nennen dieses Genre „postfeministische Frauenliteratur“ oder auch „Chick Lit“ – beschrieben wird in leichtem Erzählton eine Welt, in der modernes Leben zum Problem wird.

Das kommt an. Auch auf der Mattscheibe. So wurde Anke Greifeneders Erstling „Flaschendrehen“ bereits für Sat1 abgedreht. Ihr Erfolgsgeheimnis scheint simpel: „Liebe wird doch nie langweilig.“ Vielen gilt Anke Greifeneder – analog zu den Protagonistinnen ihrer Romane – als Powerfrau.

Bei all dem Erfolg, den sie genießt, ist die Autorin bodenständig geblieben. Ihrer Heimatstadt Schwenningen ist sie nach wie vor eng verbunden: hier leben ihre Eltern und ihr ehemaliger Deutschlehrer Norbert Sindram, dem sie ihre Manuskripte zum Korrekturlesen gibt.

Und hier hat sie bei der Lokalzeitung zum ersten Mal journalistisch gearbeitet. Damit hat Greifeneder den Grundstein für ihre Karriere in der Medienbranche gelegt. So überrascht es nicht, dass die Schwenninger heute auf die Literatin und Programmchefin Anke Greifeneder besonders stolz sind.

Livestream im Internet ab 19 Uhr auf www.3sat.de. Um 22.25 Uhr überträgt der Sender die Preisverleihung im Fernsehen.

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