„Ohne Kunst keine Landesgartenschau“, sagt LGS-Geschäftsführer Michael Martin. Gestern wurden die Preise beim Wettbewerb für Kunststudenten vergeben. Pro VS hat unter den vier Gewinnern noch drei Geldpreise verteilt.
Villingen-Schwenningen (bm) Die Idee von Tae-Kyun Kim kam am besten an: Er will die beiden Stadtpläne von Villingen und Schwenningen als Metallkonstruktion darstellen. Dazu lässt er die Straßenzüge in maßstabsgetreuer Verkleinerung in ausgelasertem Stahlblech darstellen. Das Gebilde ruht auf neun 3,50 Meter hohen Stützen. Besonders originell: Auf dem Rasen wird später der Schatten die Konstruktion noch mal darstellen. „Diese Arbeit finde ich am spannendsten, weil sie VS zum Thema hat“, sagte Gartenschauchef Michael Martin. „Das steht sehr gut für die Idee von Pro VS“, sagte Jens Hagen aus der Vorstandschaft des Bürgervereins. Deshalb habe man dem Koreaner den ersten Preis zugesprochen. So kann er jetzt 1500 Euro von Pro VS einstreichen.
700 Euro bekommt Anne Römpp: Sie macht einen Metallzaun, dessen Stäbe von einer Skulptur gekrönt werden, die die Zunge des Schwans und des Adlers darstellt. „Heimat auf der Zunge“, nennt die 29-jährige Künstlerin ihre Arbeit. Jan Löchte will sich mit dem Begriff „Leerfläche“ auseinandersetzen und entnimmt dazu die Grundfläche eines Schiffscontainers auf dem Gartenschaugelände und lässt die Pflanzen von dort genau für die Dauer der LGS an einem anderen Ort wachsen. Während den 152 Tagen der Gartenschau ist nur eine leere Fläche zu sehen, die peinlich genau von Bewuchs und anderem freigehalten wird. 300 Euro bekommt der Künstler dafür als dritten Preis von Pro VS.
Doch das Geld spielt nicht die Hauptrolle. Vielmehr geht es darum, den Künstlern die Gelegenheit zu geben, sich und ihre Idee einem großen Publikum zu präsentieren. Dazu hat die Jury aus den Kunstprofessoren Udo Koch und Nils Büttner sowie Galerieleiter Wendelin Renn vier Werke ausgewählt. Dies werden auf der Landesgartenschau aufgestellt. Neben den drei erwähnten Kunstwerken, die Pro VS am besten gefallen haben, gehört auch Cordula Haasis mit ihrer „Schöpfungsgeschichte“ dazu. Sie hat die Schöpfungsgeschichte der Bibel in Glas dargestellt. Mit sieben Ebenen in verschiedenen Farben symbolisiert sie die sieben Schöpfungstage.
Gerade auch weil als Material Kirchenglas verwendet wird, sieht Wendelin Renn hier „ein Raumbild mit überzeugender Intensität“. Jetzt gilt es, für die vier Kunstwerke geeignete Standorte auf dem Gartenschaugelände zu finden. Dieser studentische Wettbewerb der staatlichen Akademie für Bildende Künste in Zusammenarbeit mit der städtischen Galerie ist nicht das einzige Kunstprojekt bei der Landesgartenschau. Parallel läuft eine Kunstaktion, die vom Kunstverein Villingen-Schwenningen betreut wird.