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Villingen-Schwenningen Getrübter Spaß an Feldner Mühle

19.08.2011
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Der Einrichtung fehlt Geld zum geforderten Umbau. Das Kinderferienprogramm ist wichtig für die Inklusion.

VS-Villingen – Pläne gibt es viele, aber das Geld fehlt an allen Ecken. Auf diesen einfachen Nenner lässt sich die aktuelle Situation an der Feldner Mühle in Villingen runterbrechen. Um den Status als Behindertenheim mit der Möglichkeit zur Übernachtung erhalten zu können, wurden dem Anwesen verschiedene Auflagen gemacht.

Eine Reihe von Umbauten und Verbesserungen an den Einrichtungen werden von der Heimaufsicht des Landratsamtes gefordert. War die Feldner Mühle im vergangenen Jahr noch gerade eben um eine schon beschlossene Nutzungsänderung herumgekommen, so stehen Betreiber und Förderer jetzt vor dringend notwendigen Investitionen.

Am dringendsten sei die Sanierung der Fußböden im Sanitärbereich, so die Auflagen der Heimaufsicht. Diese Bodenbeläge, die beinahe 25 Jahre lang gut genug waren, entsprechen heute nicht mehr der DIN-Norm und stellten eine Gefahr für die Heimbewohner dar, heißt es. „Das geht richtig ins Geld“, sagt Kathrin Mäder.

Außerdem seien die Flure mit einer Notbeleuchtung für die Nacht zu versehen, lautet eine der Auflagen – auch dies eine nicht eben billige Angelegenheit. „Dabei gibt es genug dringendere Baustellen“, meint die engagierte Heilerziehungspflegerin und Reittherapeutin. „Wir trauen uns manchmal nicht mehr, eine Schublade zu öffnen, aus Angst, dass die dann auseinanderbrechen könnte.“ Die Eingangstüre sei zudem für moderne Rollstühle einfach zu eng. Hier gehe es nicht um eine DIN-Norm, sondern um praktische Tagesabläufe, die gemeistert werden müssen.

Allerdings droht von einer weiteren Norm der Beherbergungsstätte Ungemach: Die Dreibettzimmer müssen in Zweibettzimmer umgewandelt werden. „Dann fehlen uns Übernachtungsplätze“, meint Kathrin Mäder enttäuscht über so viel Bürokratismus, „und damit würde auch die Wirtschaftlichkeit der Feldner Mühle in Frage gestellt.“ Außerdem freuen sich laut Mäder die Kinder, wenn sie durch das gemeinsame Wohnen Kontakt zu anderen haben.

Auf der Angebotsseite hat das Team der Feldner Mühle sich bereits Gedanken gemacht. So werden im Rahmen des Ferienprogramms diverse Programme angeboten, die von behinderten und nichtbehinderten Kindern gemeinsam wahrgenommen werden können. Ferienangebote rund ums Pferd heißt es im Programm, das durch die Villinger St. Gallus-Hilfe angeboten wird. Konkret hat die Feldner Mühle in Zusammenarbeit mit dem familienunterstützenden Dienst der St. Gallus-Hilfe in diesem Jahr drei Angebote ausgeschrieben, die immer auch etwas mit Pferden und dem therapeutischen Einsatz der Vierbeiner zu tun haben.

Bereits zu Ferienbeginn hieß es „Ritter und Burgfräulein hoch zu Ross“, in diesen Tagen dreht sich bei „Stars in der Manege“ alles um Zirkustiere, zu denen natürlich auch Pferde gehören und am 6. und 7. September heißt das Programm „Ferien auf dem Bauernhof“. Zu allen Ferienfreizeiten sind Kinder mit und ohne Handicap willkommen.

Ziel ist ausgeübte Inklusion, sprich ein über die bisherige Integration von Behinderten hinausgehendes gemeinsames Erfahren und Erleben alltäglicher Lebensinhalte. „Und dieses Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt Barbara Reichstein, Sozialpädagogin bei der St. Gallus-Hilfe.. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Erika Walter und ehrenamtlichen Helfern betreut sie sechs behinderte Kinder und zwölf Kinder ohne Behinderung.

In kleinen Gruppen von jeweils fünf bis sechs Kindern werden die Gäste betreut. „Die spielen, lachen, basteln, essen und reiten gemeinsam“, erzählt die Sozialpädagogin. Sie spricht von der Feldner Mühle als einer ganz wichtigen und bewährten Einrichtung, die es unbedingt zu erhalten gelte. Auch Kathrin Mäder möchte, dass diese schöne und bewährte Möglichkeit für Behinderte, Urlaub zu machen, bestehen bleibt. „Ich liebe die Feldner Mühle“, bekennt sie, „deshalb engagiere ich mich gemeinsam mit meinem Kollegen Johannes Menton über meinen Beruf hinaus.“ Für den Herbst haben die beiden integrativen Ferien auf dem Ponyhof mit oder ohne Übernachtung geplant. Da heißt es dann für die Kinder: jeden Tag den Stall ausmisten, die Pferde versorgen und natürlich auch reiten. Am ersten Wochenende im Oktober ist außerdem ein Oktoberfest geplant und eine Woche später werden eine Reihe von Oldtimern zu einem Treffen an der Feldner Mühle erwartet.

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