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Villingen-Schwenningen Gelungener Katzenmusikball in ausverkaufter Tonhalle

Die Katzenmusik umschifft alle Hürden in den Monaten vor dem Ball und meistert die Herausforderung auf der Tonhallenbühne gemeinsam mit der Stadtharmonie.

Der Katzenmusikball 2016 ist gelungen. Auch wenn es für den Verein die schwerste Geburt seit langem war. Die Narren mussten seit Monaten mit durch schwere Krankheiten verursachte Ausfälle wichtiger Säulen beim Ball kämpfen. Es war eigentlich ein Wunder, dass Villingens zweitgrößter Fastnachtsverein überhaupt ein Programm auf die Tonhallenbühne bringen konnte.

Am Freitag gab es viele leere Plätze, am Samstag war Villingens Tonhalle ausverkauft. Das 170-minütige Programm begann mit einem Putzfrauen-Auftritt, die sich mühten, den Germanswald zu reinigen. Eine Schwenningerin und eine Villingerin wieselten durch ein paar Gag-Versuche von der Dienstlimousine des OB bis hin zum Tiefergaragenausgang der Tonhalle. Wer nun hier erfährt, dass diese Nummer erst eine Woche vor der Aufführung bei Regisseurin Anja Koch ankam, dem wird zweierlei klar. Der Auftritt von Kresimir Grzan und Reiner Kirberg kam mit ganz viel Vereins-Überzeugung in letzter Minute.

Die großen Punkte beim Ball machten – erwartungsgemäß – die Gassenhauer. Als Kaspar, Melchior und Balthasar war schon der Einzug ins Geläuf von Andreas Duffner, Dominik Schaaf und Thomas Streit ein Knüller. Alle wurden mit Weihrauch eingenebelt, alle wurden huldvoll gesegnet und dann rockten sie los: General-Abrechnung mit der Stadt: „Planungslos isere Stadt, die schießt jeden Vogel ab. Planungslos und echt fatal – wann läuft hier mal was normal?“ Und weiter ging's: „Jetzt baut mor jo für Schwenninge e Stadthalle na, do könnt mor scho sage: Wer des zahle ka! Für d' Schwenninger Bälle, mir saget's galant: do hätt au en Holzschuppe glangt.

“ Noch einer? Der hier zum Beispiel: „Schwenninge wird kernsaniert, bim Villinger wird abkassiert. Villige ischd nix meh wert, do läuft doch was vurkehrt?“ Und an die Narrozunft: „Jetzt streicht mor doch im Städtle überall Gelder ii, doch biim neue Narrobrunne haut mor richtig nii. En Katerbrunne sollte nicht so anspruchsvoll sein, doch jetzt soll der neue Narrobrunne aus Bronze sein. Für e Drittel vu dem ganze Geld, hättsch besser mol en Fräßling bschdellt, des hätt bi Gott doch au mol glangt, des isch scho allerhand.“

Als das Publikum schon zwischen Auweia und Lachkrampf hin- und her gerissen war, kam noch das: „Mir bitte die hohe Herre der Stadt, kummet au mol vu eurem hohe Ross herab. Was die Stadträt afange, ischd echt e Schand, die bringetr vu Sturheit gar nint zustand. Lond den Kindergarte sii und setzt euch fürs Städtle ii. Isere Stadt brucht jetzt Elan – fanget endlich damit an!“

Ob Kubon hörte diese Gesänge nicht mehr, er war nur zur Verleihung des Narrenbechers an Theo Stoll von der Katzenmusik anwesend und entschwand alsdann zur Schwenninger Narrenzunft.

Der Katzenball 2016 hatte auch den fast kompletten Ausfall der erfahrensten Maler der Bühnenbilder zu verkraften. Regisseurin Anja Koch hatte kurzerhand selbst zwei Ansichten gemalt, passend zum Ballmotto: Ich glaub, ich steh' im Wald. Mit Licht und ganz viel Deko wurde das Problem sehr erfolgreich gelöst.

Und dann die Tänze. Vorneweg in diesem Jahr: Die Girlies. Fernsehreifer Auftritt in tollen Schwarzwaldkostümen, das war schon optisch absolut top, wie Heidi Mayer ihre Gruppe auf die Bühne brachte. Auch die Kindertanzgruppe von Angela Kornhaas und Janine Simon überzeugte. Tolle Bongo-Einlage auf Glonki-Eimern mit Herzchen und ganz am Schluss ließen es die Cat-Street-Boys mit ihrer Trainerin Angela Kornhaas gekonnt krachen.

Die Jugendkapelle hatte schon eingangs des Abends mit Henry Greif einen hoch anspruchsvollen Auftritt hingelegt: Im Wald, da sind die Räuber. Henry Greif als Knecht Ruprecht mit fünf Säcken, in denen die Probleme der Stadt lagern: Der Wohnmobilstellplatz bei der Konradskirche, die Jugend ohne Jugendhaus und das immer noch verwaiste alte Tonhallengelände wurden hier ebenso thematisiert wie der Abzug der letzten Villinger Ordensschwestern aus St. Ursula. Nicolas Mayer und Andrea Irion führten nicht nur durch das Programm, sie traten auch mit eigenen Beiträgen auf. Toll auf der Bühne und im Foyer: Zwei riesige Kuckucksuhren. Eigentlich ausstellbar im Franziskanermuseum. So gelungen war der Ball 2016 dann doch als Gemeinschaftsleistung von 130 Akteuren (wir berichten morgen dazu).

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