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Villingen-Schwenningen First Lady besucht Nachsorgeklinik Tannheim

Daniela Schadt, die Lebensgefährtin von Bundespräsident Joachim Gauck, hat am Mittwoch die Nachsorgeklinik Tannheim besucht. Die First Lady war besonders vom familienorientierten Ansatz der Einrichtung beeindruckt. Zum Abschied wurde eine herzliche Einladung an den Bundespräsidenten ausgesprochen.

Erstmals besucht am gestrigen Mittwoch die deutsche First Lady, Daniele Schadt, in die Tannheimer Nachsorgeklinik. Schadt, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck nimmt sich etwas über zwei Stunden Zeit, um sich über die Einrichtung zu informieren. Im Schnelldurchgang lernt sie Patienten, aber auch deren Geschwister und Eltern, Therapeuten, Ärzte und Lehrer kennen. Auch wenn die Stippvisite etwas unter Zeitdruck steht, bohrt Schadt immer wieder nach, um sich vor allem das Konzept der familienorientierten Nachsorge erläutern zu lassen.

Daniela Schadts Visite umgibt kein Brimborium, keine Honoratioren sind geladen. Am Eingangsportal steht ein eher unscheinbarer schwarzer Mercedes des Stuttgarter Staatsministeriums, am Parkplatz ein Polizeiwagen. Am Morgen flog Schadt mit einer Linienmaschine in die Landeshauptstadt, es geht weiter in den Schwarzwald, am Nachmittag darf sie den Flieger zurück an die Spree nicht verpassen. Nicht Reden und auch keine Beweihräucherungen stehen im Vordergrund, Informationen sollen vermittelt werden. Es handelt sich um eine interne Veranstaltung der Deutschen Kinderkrebsnachsorge, die neben der Klinik in Tannheim eine weitere in Bernau bei Berlin unterstützt. Die Brandenburger Einrichtung wiederum ist marode und sollte am besten neu gebaut werden. Bereits vor zwei Jahren hat sich Schadt dort umgeschaut, damals schon begleitet von Stiftungsvorstand Roland Wehrle, der ihr die Tannheimer Modellklinik präsentieren wollte, jetzt ist sie der Einladung nachgekommen.

Räume zum Meditieren und Durchatmen

Natürlich, interessiert, volksnah: Daniela Schadt, bis vor wenigen Jahren selbst noch Journalistin, hat sich ihre natürliche Neugierde bewahrt. Sie lässt sich die verschiedenen Abteilungen bis ins Detail zeigen, angefangen vom Snoezelen-Raum, einer Wohlfühlzone, bis zur neuen Kletterwand. Immer in ihrem Fokus: der familienorientierte Ansatz. So will sie wissen, wie sich die Klinik um die Geschwisterkinder der schwerkranken Patienten kümmert. Ein gutes Beispiel dafür ist der Snoezelen-Bereich , in dem ein Wasserbett steht und der farblich abgedunkelt ist, zum Meditieren und Durchatmen geradezu einlädt und oft von den körperlich gesunden, aber psychisch sehr stark belasteten Geschwistern genutzt wird, wie Geschäftsführer Roland Wehrle klar macht. Um diese Gruppe kümmern sich die Fachkräfte genauso wie um die kranken Kinder, die nur im medizinischen Bereich einen Sonderstatus genießen.

Lehrer unterstützen die jungen Patienten

In einem weiteren Raum arbeitet der junge Patient Clemens Sommerhalter gerade an einer „Horrormaske“, wie er sie selbst nennt. Hier werden keine Themen vorgegeben, jeder kann sich künstlerisch betätigen, so wie er sich gerade fühlt. Doch die jungen Patienten aus ganz Deutschland haben nicht nur Zeit, um sich um sich selbst zu kümmern, sie sollten auch den Anschluss in der Schule nicht verpassen. Dafür sorgen sieben Lehrer, unter anderem Volker Krieger. Er hat seine Schüler kurz zuvor zeichnen lassen, über das Ergebnis, ein Pferdekopf, zeigt sich die Lebensgefährtin des Bundespräsidentin begeistert: „Geradezu kubistisch“, lobt sie eine Zeichnung, die sie an Picasso erinnert.

Vorbei an der der Kletterwand besucht Daniela Schadt die medizinische Abteilung, auf der Terrasse ist mit den Familien noch eine Zusammenkunft arrangiert. Viele der Patienten bringen ihre Deutschland-Fahnen, um an die gewonnene Weltmeisterschaft zu erinnern. Wehrle spricht von Joachim Gaucks Besuch zum WM-Finale, als „ich ihn so emotional erlebt habe, ich fand es einfach klasse.“ Dann steigen noch viele Luftballons in den blauen Sommerhimmel Tannheims und Daniela Schadt wünscht sich, vielleicht einen in Berlin wiederzufinden. Die First Lady selbst zieht noch ein kurzes Resümee ihres Besuchs, „das Schöne an dem Projekt ist vor allem, dass nicht auf einen Patienten geschaut wird, sondern dass es um die Familie geht.“ Ihr hat die Einrichtung sichtlich imponiert, Schadt trägt sich noch in die Erinnerungsbücher der Klinik und des Stadtbezirks ein. Dann nimmt sie noch Gastgeschenke entgegen – auch an Joachim Gauck, verbunden mit der herzlichen Einladung, jederzeit im Schwarzwald willkommen zu sein.


Die Klinik

Die bundesweit anerkannte Modellklinik ging nach etwa zwei Jahren Bauzeit 1997 in Betrieb. Das SÜDKURIER-Medienhaus gehörte zu den ersten Unterstützern des Projekts, die Leser der Heimatzeitung spendeten im Laufe der Jahre knapp sechs Millionen Euro. Die Einrichtung mit ihrem familienorientierten Ansatz arbeitet nicht kostendeckend.

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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