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Villingen-Schwenningen Fasnetball ohne Bier

11.02.2012
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Wirtin verzichtet auf Ausschank beim Fasnetsball, Konzessionsgebühr in Höhe von 165 Euro

Das Beethovenhaus ist in einem bedauernswerten Zustand. Zu den baulichen Mängeln kommt jetzt noch ein ganz anderes Manko: Für Veranstaltungen wird eine saftige Konzessionsgebühr fällig – 165 Euro verlangt das Bürgeramt für die Lizenz zum Alkoholausschank.

Die ersten, die von dieser neuen Entwicklung hörten, waren die Schwenninger Narren. Die Aktiven der Zunft waren schon mitten in den Hauptproben für die Fasnetsbällen, als sie erfuhren, dass sie für den Getränkeausschank an den beiden Abenden eine so genannte Gestattung beantragen müssen. Zunftmeister Martin Wittner und sein Team wurden hierbei gleich mehrfach überrascht. Denn zunächst dachte die Narrenzunft, dass sie von jedem beliebigen Händler ihre Getränke liefern lassen kann.

Danach stellte sich aber heraus, dass für das Beethovenhaus immer noch der Biervertrag mit der Fürstenbergbrauerei besteht. So kommt es jetzt zu der seltsamen Konstellation, dass ein Veranstaltungslokal zwar einen vertraglich festgelegten Bierlieferanten hat, aber keine Ausschanklizenz mehr. Denn seit dem Auszug der Pächter des Beethovenkellers ist das Haus keine vollwertige Gaststätte mehr. Damit die Ballgäste an den beiden Abenden nicht auf dem Trockenen sitzen müssen, hat die KTVS als Vermieterin wohl oder übel die Gebühr beim Bürgeramt berappt. Schließlich konnte man sich in der kurzen Zeit keine andere Lösung überlegen.

Der neue Zunftmeister kann über dieses Verwirrspiel nur den Kopf schütteln. „Ich bin einigermaßen ratlos. Ich halte das Ganze für ein Kuriosum“, sagt Martin Wittner. Auch Birgit Vosseler, die bisherige Wirtin im Beethovenkeller, die jetzt vom Landgasthof Ritter in Dauchingen aus ihren Cateringdienst betreibt und damit auch im Beethovenhaus aktiv ist, hat erst am 1. Februar erfahren, dass sie eine Gestattung für den Bierausschank 14 Tage vor der Veranstaltung beantragen muss und die Genehmigung vom Bürgeramt 165 Euro kostet. „Wir waren fast zehn Jahre auf dem Beethovenhaus, das haben wir noch nie gemacht“, wundert sich Birgit Vosseler.

Katja Hall von der KTVS erklärt, dass Birgit Vosseler als bisherige Wirtin im Beethovenhaus die Schankkonzession in Vertretung der Gesellschaft Kultur- und Tagungsräume VS innehatte. Diese so genannte Stellvertreterlizenz ist mit dem Wegzug der Vosselers jetzt erloschen. Hinzu kommt, dass die Wirte in VS keine Gewerbeanmeldung mehr haben. So betrachtet das Bürgeramt jetzt jeden Caterereinsatz als separate Veranstaltung, für die jedes Mal eine neue Gestattung nötig ist.

Die Cateringbetreiberin allerdings sieht sich außerstande, für Veranstaltungen wie die Kiddy-Party einen derart hohen Betrag zu zahlen. Die Umsätze geben dies ihrer Ansicht nach einfach nicht her. Nach den bisherigen Erfahrungen haben die erwachsenen Begleitpersonen bei der Kinderfasnetsparty etwa zwei Kästen Bier und ein paar Flaschen Wein und Sekt konsumiert.

Die Wirtin will sich den Aufschrei gar nicht vorstellen, wenn sie für diese kleine Menge an alkoholischen Getränken die Ausschankgebühr auf den Preis draufschlägt. So bleibe ihr nicht anderes übrig, als beim Fasnetsball auf den Bierverkauf zu verzichten. Birgit Vosseler hofft, dass die erwachsenen Besucher dafür Verständnis haben, wenn sie das Programm ohne ihr geliebtes Schorle oder ihr Pils genießen müssen.

Großer Eröffnungsball der Narrenzunft Schwenningen (1)Großer Eröffnungsball der Narrenzunft Schwenningen (2)
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