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Villingen-Schwenningen FC mit dem Rücken zur Wand

03.07.2012
Villingen-Schwenningen -  Seit einiger Zeit ist die kritische finanzielle Lage im Umfeld des FC Pfaffenweiler bekannt. Auf der Generalversammlung wurden die Mitglieder nun über das Ausmaß informiert.

In schwieriger Lage: FC-Vorisitzender Giuliano Carlini.  Bild: SK-Archiv

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„Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern eher zehn nach zwölf“, so Kassenprüfer Carsten Brüner, der als Bänker die Sanierung in höchster Not vorantreiben soll. Nach offener Diskussion und leidenschaftlichen Reden entschied sich die Versammlung einhellig, die Rettung des Vereins zu versuchen.

Es war mit Sicherheit sein schwerster Gang: Giuliano Carlini musste nach 15 Jahren im Amt des Vorstandes darlegen, wie es um die Finanzen des Vereins steht. Carlini, der sich bis zur Aufopferung für den Verein einbrachte, war anzumerken, wie nahe es ihm ging. Im Laufe der Sitzung riss er die Mitglieder mit, zusammenzustehen und für den Verein zu kämpfen. Auch sein Stellvertreter Denis Ehmann hob den Wert des Vereinslebens hervor.

Vor dem positiven Votum musste sich die Vorstandschaft unangenehmen Fragen stellen, insbesondere wie es zu diesem Maß an Verschuldung kommen konnte und warum dies nicht früher publik gemacht wurde. Fakt ist, dass der Verein kurzfristige Verbindlichkeiten – vor allem aus länger zurückliegender Zeit – hat, die binnen drei Monaten ausgeglichen werden müssen. Die dringlichsten Schulden sind durch einen Kraftakt bereits gedeckt, dennoch bedarf es hoher Kraftanstrengungen im nächsten Quartal.

Kassiererin Ute Dilling legte dar, dass monatlich 1800 Euro auf die Kredite (Vereinsheim, Hartplatz, Photovoltaik, Brauereien) zu zahlen sind. Dies sei vor allem dank der Einnahmen aus Verpachtung und Photovoltaik auch möglich, allerdings habe das Vereinsheim im Jahr 2011 unter eigener Bewirtschaftung knapp 10 000 Euro Minus erwirtschaftet: 76 000 Euro Einnahmen stünden 86 000 Euro Ausgaben gegenüber. Seit der überfälligen Verpachtung an Denis Koch ist dieser „freie Fall“ gestoppt, so Geschäftsführer Rolf Erbert. Der Verein ist aber nicht über den Berg.

Erbert war auch das Ziel der dringlichsten Rückfragen, die nicht alle zur Zufriedenheit der Mitglieder beantwortet wurden. Aufhellung brachten schließlich die Ausführungen von Carsten Brüner, der neben dem Kassenprüfungsbericht auch den Rettungsplan skizzierte. Im Rahmen der Kassenprüfung legte er dar, dass die Mittel wirtschaftlich verwendet worden und die Buchführung korrekt sei. Es fehlten aber teilweise Personalkostenbelege für das Vereinsheim, so dass Höhe, Häufigkeit und Angemessenheit der Mitarbeiterlöhne nicht nachvollziehbar seien. Brüner machte auch klar, dass er von Erbert eine frühere und umfassendere Einsicht in die Unterlagen gewünscht habe.

Für die Rettung sei entscheidend, dass die kurzfristigen Verbindlichkeiten aufgebracht werden könnten. Dies könne im Rahmen einer Umschuldung geschehen, mit der Bank sei der Vorstand in Verhandlungen. Allerdings müsse klar sein, dass dies neue Tilgungen zur Folge habe und der geplante Jahresüberschuss von 8000 Euro, der möglich sei, davon aufgezehrt würde. Es stünden „fünf ganz ganz harte Jahre bevor“. Daher machen auch andere Anstrengungen wie ein symbolischer Sportplatzverkauf Sinn. Auf Grund der Situation beschloss die Versammlung die Vertagung der Entlastung sowie der Wahlen zum geschäftsführenden Vorstand auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung Ende September zu verschieben, um bis dahin dem Gremium die Möglichkeit zu geben, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Ortsvorsteher Nufer brachte es zum Ende der Sitzung auf den Punkt: „Wenn viele guten Willens sind, müsste es gehen“.

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