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08.07.2013  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Erstmals gemeinsam

Villingen-Schwenningen -  Christen und Muslime treffen sich in Villingen zum vereinten Gebet. Viele Skeptiker damit eines Besseren belehrt

Der Imam Halil Yalcin ruft beim Friedensgebet im Saal der Fidelisgemeinde zu religiöser Verständigung auf.  Bild: Hämmerling



Christen und Muslime trafen sich erstmals im Saal der Fidelisgemeinde. Ziel: Die religiöse Verständigung. Seit zwei Jahren begegnet man sich zu einem Austausch tagesaktueller Themen, nun rückt man im Beisein von etwa 70 interessierten Bürgern durch ein gemeinsam veranstaltetes Friedensgebet noch etwas näher. An dem Gebet nahmen Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Villingen, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion „Ditib“, des deutsch-arabischen Kulturvereins und der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs teil. Erst jüngst machte die vom Verfassungsschutz beobachtete Milli Görüs mit der Absicht von sich reden, in der Doppelstadt ein Verwaltungs- und Bildungszentrum einrichten zu wollen.

Abseits politischer Diskussionen wollten die Beteiligten gemeinsame Verbindungen entdecken und sich einer gegenseitig entgegengebrachten Wertschätzung versichern, nicht jedoch ohne ethische Richtlinien zu definieren. Den Anfang für den Frieden in der Welt sieht der Pastoralreferent Tobias Aldinger im alltäglichen Klein-Klein des nachbarschaftlichen Zusammenlebens. „Als Christen und Muslime verachten wir jegliche Gewalt gegen Menschen und verurteilen Anschläge vermeintlich religiöser Natur. Es darf keinen Zwang in der Religion geben“, so Aldinger. Der Imam Halil Yalcin von der Ditib nimmt menschliche Unterschiede in Hautfarbe und Statur als Gelegenheit zum Kennenlernen wahr. Daraus dürfe keine Ausgrenzung abgeleitet werden. Grausamkeit und Isolation der modernen Welt seien Zeichen eines moralischen Verfalls und Defizits an Glauben. „Wir sollten uns gegenseitig zuhören und universelle Werte hervorheben“, sagt Yalcin. Dementsprechend rezitierte man gemeinschaftlich Schriftstellen aus der Bibel und dem Koran, sang miteinander und verharrte konfessionsübergreifend in stillem Friedensgebet, auch für mutige Politiker, die sich keiner Parteiraison beugen und dem eigenen Gewissen folgen.

„Mir strömt das Herz über, viele hielten so ein Treffen nicht für möglich“, betont der Kirchenälteste der Johannesgemeinde, Willi Gut. „Unsere Vielfältigkeit ist eine Stärkung für Villingen-Schwenningen“, entgegnet Khalil Mourani vom deutsch-arabischen Kulturverein. Zum Abschied drückte man sich die Hände mit dem Segen „Der Friede sei mit dir“.

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