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Villingen Entdeckt: Riesige Mineralwasser-Quelle

Experten vermuten nach Bohrungen in Hüfingen ein riesiges Quellvorkommen, das in der Sekunde achtmal mehr Wasser liefert als beispielsweise die Dürrheimer Brunnen zusammen - und das in bester Qualität.

Geologe Eugen Funk aus Staufen startete gestern ein großes Untersuchungsprogramm an der Bohrstation neben der B27. Auch der zeigt sich optimistisch, dass sich in 50 und 130 Metern tiefe große Mengen mineralisiertes Wasser befinden. | Bild: Jürgen Müller

Mit einer Wünschelrute fing alles an. Hans Schröter aus Rosbach ist in den vergangenen 30 Jahren schon viel durch Deutschland und im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit in andere Länder mit gereist, um Wasser zu suchen. Die geologischen Gegebenheiten auf der Baar ließen Wasser in großen Tiefen vermuten. Und die Wünschelrute bestätigte ihm: im Boden zwischen Hüfingen und Riedsee schlummert ein riesiger unterirdischer See.

Das war vor zwei Jahren. Dem diplomierten Ingenieur für Radiästhesie, der auch schon in der steinigen Sinai-Halbinsel Quellen entdeckt hat, ließ Hüfingen keine Ruhe mehr. Er steckte viel eigenes Geld in Probebohrungen und hat inzwischen weitere Geldgeber gefunden. Im vergangenen Sommer starteten an zwei Stellen die Hauptbohrungen.

Diese wurden Mitte der Woche abgeschlossen: Der Keuper-Brunnen (benannt nach der Gesteinsschicht) ist 50 Meter und der Muschelkalk-Brunnen sogar 130 Meter tief. 45 Liter Wasser pro Sekunde können aus dem 60 Zentimeter großen Loch abgepumpt werden. "Das ist ganz ordentlich", spricht Bauleiter Frank Schmitt von der Firma BHG Brechtel Brunnenbau aus Ludwigsburg aus Erfahrung. "Die Menge reicht locker für den Aufbau einer Fertigung."

Ermutigend ist auch der relativ hohe Mineralgehalt des Wassers. Zum Vergleich: Die Firma Bad Dürrheimer Mineralbrunnen fördert sechs Liter Wasser pro Sekunde aus einem Brunnen und die Mineralisierung ist weniger hoch.

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Es wird deutlich mehr Wasser und Mineralwasser getrunken als sonst üblich. In Friedrichshafen kommt man bisher meist ohne Probleme an die Flüssigkeiten. | Bild: dpa

Gestern startete Geologe Eugen Funk aus Staufen, der das Projekt von Beginn an betreut, ein Untersuchungsprogramm, wobei das Wasser über zwei bis drei Monate im Hinblick auf Ergiebigkeit und Qualität getestet wird. "Wichtig für uns ist vor allem, ob die Mineralisierung konstant bleibt", so der Experte. Parallel zu den beiden Brunnen wurden zwei Pegelmessstellen gebohrt. "Um den Grundwasserstand zu messen und Erkenntnisse über die Flussrichtung und hydrologischen Verhältnisse zu erhalten", erklärt Funk.

Die Untersuchungen erstrecken sich auf Verlangen der Behörden auf die komplette Region und über mehrere Monate: Mit einbezogen werden auch der Hüfinger Tiefbrunnen, die Donaueschinger Gutterquelle sowie der Brunnen der Fürstenberg-Brauerei. "Wir müssen die gegenseitige Beeinflussung überprüfen und ob das Wasser identisch oder von unterschiedlicher Qualität ist", sagt der Geologe.

"Es ist also noch ein weiter Weg bis zur vermeindlich ersten Flasche Mineralwasser aus dem Hüfinger Brunnen. "Aber die ersten Wasserproben haben ermutigende Ergebnisse erbracht", gibt sich Funk vorsichtig optimistisch.

Auf der Suche nach Geldgebern, alleine die Hauptbohrungen verschlangen einen hohen sechstelligen Betrag, ist Initiator Hans Schröter schon fündig geworden. Das hinter dem Projekt stehende Konsortium hat bereits die Firma Hüfinger Mineralwasser GmbH gegründet und eintragen lassen.

"Wir als Stadt sind an diesem Projekt nicht beteiligt", sagt Bürgermeister Anton Knapp. Aber auch er setzt nicht ohne Grund große Hoffnungen in das Projekt: "Die Stadt ist über entsprechende Verträge aber an einem möglichen Erfolg beteiligt." In diesem Fall soll eine Abfüllanlage im geplanten Interkommunalen Gewerbegebiet zwischen ehemaligen Mülldeponie und B31 errichtet werden.

Natürlich schlank durch Mineralwasser.
Natürlich schlank durch Mineralwasser. | Bild: IDM

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