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Villingen-Schwenningen Ein Pfarrer geht auf Sendung

24.09.2010


VS-Villingen – Sommerferienzeit – das ist oft auch in den katholischen Pfarrgemeinden die Zeit der Urlaubsvertretung für die hiesigen Priester. Pater Gabriel Anda aus Kamerun vertritt dabei wie in den letzten Jahren Pfarrer Werner Bauer und übernimmt die Gottesdienstversorgung in der Seelsorgeeinheit Villingen-Süd.

„Die Wochen hier mit den vielen Einladungen und Ausflügen mit meinen Bekannten sind auch für mich Urlaub. So waren wir schon auf der Landesgartenschau, im Solemar, auf dem Dreifaltigkeitsberg, beim Kloster Beuron und dem Rheinfall in Schaffhausen. Ich genieße aber auch ausgedehnte Spaziergänge hier in der reizvollen Umgebung, das ist bei mir zu Hause nicht so möglich. Nur das Wetter war teilweise leider nicht immer so schön“, erzählte Pater Gabriel mit seinem herzlichen Lachen.

Ausführlich berichtete der bisherige Generalvikar der Diözese Edea in Kamerun von seiner neuen Aufgabe. „Im Januar berief mich mein Bischof zum Aufbau des kirchlichen Hörfunksenders ,Radio Maria' in Kamerun. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung, denn als Generalvikar war ich viel mit administrativen Aufgaben betraut. Nun kommt wieder mehr die Pastoralarbeit zum Tragen. Es ist für die Kirche wichtig, mit allen zur Verfügung stehenden Medien den Menschen das Evangelium zu verkünden. Auch in den Dörfern kann man mit Transistorradios Hörfunk empfangen. Den Sender ,Radio Maria' gibt es weltweit in vielen Ländern, eben teils auch schon in anderen afrikanischen Staaten.“ „Hier in Deutschland gehört „Radio Horeb“ dazu“, ergänzte Gisela Michel-Neuroth vom Freundeskreis „Partnerschaft mit Marienberg“.

„Die Zentrale der Weltvereinigung dieses privaten Senders, der die einzelnen nationalen Mitglieder angehören, ist in Rom. Von dort wird das technische Material kommen, das noch in Container verpackt werden muss. Die Finanzmittel fließen jetzt in der Vorbereitungs- und Anfangsphase auch von dort; nach ungefähr drei bis fünf Jahren sollte sich der Sender durch die Spenden der Hörer tragen. Wie hoffen, zum Jahresende erstmals auf Sendung gehen zu können. Die Erlaubnis seitens der Regierung haben wir schon. Derzeit wird in Edea ein Haus entsprechend umgebaut, das auch eine Hauskapelle erhält. Es gab bereits einen Liederwettbewerb, bei dem wir verschiedene Schlüsselwörter vorgegeben haben. Allein sieben Chöre haben eine Hymne komponiert. Wir werden sie alle einsetzen. Vermutlich bekommen die verschiedenen Programmteile jeweils eine davon als Erkennungsmelodie zugeordnet. Geplant ist ein Programm rund um die Uhr. Es wird Liturgie, christliche Spiritualität, Menschenbildung, Lebenshilfe, Musik und Nachrichten beinhalten, jedoch keine Politik und Werbung. Täglich wird eine Heilige Messe aus den verschiedenen katholischen Kirchen live übertragen werden. Damit können wir viele Hörer mit einbinden. Als Priester habe ich die Verantwortung für den Inhalt, dazu kommen noch fünf weitere Hauptamtliche und sehr viele Ehrenamtliche. Für diese wurde kürzlich ein Seminar veranstaltet. Die Reichweite wird anfangs rund 100 Kilometer Umkreis betragen, soll dann aber erweitert werden“, so Pater Gabriel über seine Pläne und Erwartungen zu diesem Pionierauftrag. Daneben bleibt er jedoch als Priester weiterhin in einem Pfarrteam einer Gemeinde tätig.

Pater Gabriel fuhr gemeinsam mit dem Ehepaar Michel ins Allgäu nach Balderschwang, um Kontakt und einen ersten Erfahrensaustausch mit dem dortigen Programmdirektor und weiteren Verantwortlichen von „Radio Horeb“ aufzunehmen. In diesem Rahmen werden auch Informationen über die weiteren Entwicklungen der Partnerschaft mit Marienberg ausgetauscht.

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