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Villingen-Schwenningen 

02.09.2010  .

Ein Herz für die Organspende

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Mit dem Thema Organspende befasst sich eine neue Ausstellung zeitgenössischer Werke im Franziskanermuseum

Helmut Reichel und Michael Hütt (von links) stellen die neue Ausstellung vor.
Bild: Hahne
Es ist ein Hingucker: In einem kräftigen Rot-Ton hat der Künstler Hans-Peter Reuter aus Schwenningen das Herz gemalt. Es liegt auf blauen Kacheln, die einen Operations-Saal symbolisieren. Das flammende Herz ist das Titel-Motiv einer neuen Ausstellung im Franziskaner-Museum. Vermutlich geht an diesem Werbe-Plakat ohne es zu lesen keiner der Besucher vorbei.

Dann hat Michael Hütt, Leiter der Städtischen Museen erreicht, dass die Besucher auf die Ausstellung zum Thema Organspende aufmerksam werden. Mit der ungewöhnlichen Schau, die 35 Werke zeitgenössischer Kunst zeigt, will Hütt aber mehr erzielen: „Wir wollen die Kommunikation über das Thema Organspende mit dieser Ausstellung anregen“, sagt er.

„By heart. Dein Herz entscheidet“ lautet der Titel der Schau, in der die Künstler Themen wie das Verhältnis zum eigenen Körper, Todesängste und christliche Nächstenliebe behandeln. Konzipiert hat die Wanderausstellung, die zum ersten Mal in Stuttgart zu sehen war, das Sozialministerium.

Ein Programm mit Diskussionen, Erfahrungsberichten Betroffener und Vorträgen begleitet die Schau – unter anderem von Professor Helmut Reichel, der das Nephrologische Zentrum, auch Dialyse-Zentrum genannt, in Schwenningen leitet. Bundesweit war dieses Zentrum, das vor 40 Jahren gegründet wurde, eines der ersten. Heute ist es das größte in Baden-Württemberg und beschäftigt in Schwenningen und den übrigen Niederlassungen 190 Mitarbeiter.

„Im Schwarzwald-Baar-Kreis und den umliegenden Gemeinden sind es derzeit 90 Patienten, die auf eine Niere warten“, sagt Reichel. Bundesweit seien es ungefähr 9000 Patienten. Fünf Jahre betrage die durchschnittliche Wartezeit auf das Organ Niere, das am häufigsten transplantiert werde. Pro Jahr werden im Kreis zwischen 15 und 20 Nieren verpflanzt. Die Spendebereitschaft in Deutschland sei allerdings gering, sagt Reichel.

Nur knapp ein Fünftel der Bevölkerung hat einen Organspende-Ausweis und gibt damit den Ärzten das „Ja“, nach dem Hirntod, Organe entnehmen zu dürfen. „Transplantiert werden Organe in der Region ausschließlich an den Uni-Kliniken Tübingen und Freiburg“, erklärt Reichel. Er und seine Mitarbeiter bereiten die Patienten auf die Operation vor, übernehmen die Nachsorge nach einer Transplantation und betreuen unter anderem die Patienten mit Nierenerkrankungen ambulant. Der häufigste Grund für eine Organverpflanzung ist Nierenversagen. Wie man dem vorbeugen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklärt Reichel in einem Vortrag am 29. September um 18 Uhr im Franziskaner-Museum.

Ab 16. September ist die Ausstellung zu sehen. Weitere Informationen zum Begleitprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Erfahrungsberichten Betroffener gibt es unter Telefon 07721/822351

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