Über die Fasnet leisten sich die Feiernden laut Polizeibilanz nur wenige Ausrutscher
Ausgelassen, aber ruhig – so sehen die Beamten der Polizeidirektion Villingen-Schwenningen die Fasnet 2012. Unrühmliche Ausnahme bilden lediglich zwei Reizgasattacken in Schwenningen (siehe Artikel auf dieser Seite). Durch starke Präsenz sei es gelungen, sich anbahnende Streitereien im Vorfeld zu schlichten oder im Keim zu ersticken. Der Aufwand habe sich von normalen Wochenenden kaum unterschieden.
Nur bei neun Betrunkenen in der Doppelstadt musste die Polizei ernsthaft einschreiten. Zwei Personen landeten in der Ausnüchterungszelle. Für diese positive Entwicklung macht die Polizei auch die Videoüberwachung der Färberstraße verantwortlich. Seit 2007 wird das närrische Treiben von Donnerstag bis Dienstag gefilmt. Beamte können Konfliktsituationen so frühzeitig erkennen und schnell einschreiten.
Waren es 2009 noch elf angezeigte Körperverletzungen in der Kneipenmeile, so wurden 2012 nur zwei Tätlichkeiten aktenkundig. Auch Platzverweise musste die Polizei im Gegensatz zu fünf in 2009 und zwei in 2011 in diesem Jahr in der Färberstraße nicht aussprechen. Einzig die Sachbeschädigungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr von null auf zwei an. Hier sind die Ermittlungen im Gange – auch mit Hilfe der Videoaufzeichnungen.
Einen unschönen Vorfall gab es jedoch abseits der Kameraüberwachung am Fasnet-Dienstag: Gegen 21.40 Uhr warf ein bislang Unbekannter im Spitalgarten ein Schnapsfläschchen in eine Personengruppe, traf eine 15-Jährige am Kopf und verletzte diese leicht.
Ein Lob spricht die Polizei den Autofahrern aus: Die gingen zu Fuß, griffen auf öffentliche Verkehrsmittel zurück oder bildeten Fahrgemeinschaften. Lediglich gegen drei Autofahrer wurden Strafverfahren eingeleitet. Sie hatten sich mit 1,3 bis zwei Promille hinters Lenkrad gesetzt. In der Fasnetzeit gab es in Schwenningen einen Unfall eines fahruntüchtigen Verkehrsteilnehmers.
Bei Kontrollen wurden Jugendlichen vereinzelt Zigaretten und hochprozentiger Alkohol abgenommen und vernichtet. Gegen Erwachsene, die ihnen den Schnaps überlassen hatten, wurden Bußgeldverfahren einleitet.