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18.02.2013  |  von  |  2 Kommentare

Villingen-Schwenningen Die große Seelen-Not nach dem Brand

Villingen-Schwenningen -  Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Villinger Innenstadt steht eine 17-Jährige vor dem Nichts. Die Mutter einer Freundin hat das Mädchen vorübergehend bei sich aufgenommen.

Im dritten Obergeschoss des Hauses Obere Straße 11 brach das Feuer aus. Am Freitagvormittag begutachteten Polizei und Brandexperten das Gebäude.  Bild: Jochen Hahne



Noch fröhlich und beschwingt von der Fasnet, liefen die beiden 17- und 19-jährigen Freundinnen nach Hause in Richtung Obere Straße. Aus der Ferne erkannten sie viele Rettungsfahrzeuge. Sie ahnten noch nicht, dass für eine von ihnen nach diesem Abend nichts mehr so sein sollte, wie es vorher war.

In dem Mehrfamilienhaus in der Villinger Innenstadt war ein Feuer ausgebrochen. Zwei junge Bewohnerinnen hatten sich schon durch Fenstersprünge aus den oberen Stockwerken schwere Verletzungen zugezogen. Schnell wurde der 17-Jährigen klar, dass ihr Zuhause gerade in Flammen stand. Sie hoffte, es sei alles nur ein schlechter Traum, sie hatte schließlich gerade ihr ganzes Hab und Gut verloren. Sie brach noch an Ort und Stelle zusammen. Kreislaufschock.

Schnell wurde sie ärztlich versorgt und in warme Decken gehüllt. Ihr schossen viele Fragen durch den Kopf: Wie geht es weiter? Wo kann sie jetzt schlafen? Bleibt von ihrer Wohnung etwas übrig? Das junge Brandopfer durfte ihre Wohnung vorerst nicht betreten. Die Polizei nahm sie und ihre Freundin mit auf die Wache.

Am frühen Morgen sind die Mädchen voller Zuversicht zum Schwenninger Rathaus gefahren, in der Hoffnung dort Hilfe zu erhalten. Doch die Auskunft, die die Mädchen dort erhielten, war für sie niederschmetternd. Man verwies sie an das Schwenninger Obdachlosenasyl. Das war ein riesiger Schock für sie. Jetzt wurde ihr der Ernst der Lage vollends bewusst.

Ihre Mutter war weit weg, sie arbeitet und lebt im Odenwald. Für ihre Freundin war sofort klar, sie könne bei ihr wohnen. Schließlich kannten die beiden sich schon seit dem Kindergarten. Die Mutter zögerte keine Minute, das junge Brandopfer bei sich aufzunehmen. „Wir müssen jetzt halt alle ein paar Abstriche machen und etwas enger zusammenrücken. Aber das machen wir gerne. Das junge Mädchen braucht jetzt viel Wärme und Geborgenheit. Zeichen, dass sie nicht alleine ist. Durch das Geschehen ist sie traumatisiert, sie weint noch sehr viel. Die psychologische Betreuung, die sie erhält ist jetzt sehr wichtig für sie“, erzählt Frau F., die dem Brandopfer Unterschlupf bietet.

Sie möchte in diesem Bericht nicht namentlich genannt werden. Sie sagt, es gehe hier nicht um sie sondern um die Geschädigte, die auf Grund der schwer belastenden Situation ebenfalls nicht namentlich genannt werden soll. Sie leidet sehr unter dem Erlebten und wird schon oft genug darauf angesprochen.

Sie hat gerade nur zwei Wünsche: Eine neue Wohnung und eine Ausbildungsstelle als Werkzeugmechanikerin. Im Moment hat sie nur einen 400-Euro-Job. Frau F. hat mit der Hilfsorganisation Weißer Ring und mit der Jugendhilfe Kontakt aufgenommen. Weil wohl fest steht, dass Brandstiftung Ursache des Feuers war, hilft der „Weiße Ring“ in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe.

Der Jugendlichen fehlt jetzt für den Neuanfang finanzielle Unterstützung. Durch den Brand kommen viele Kosten auf sie zu. Eine Versicherung konnte sie sich nicht leisten und muss jetzt komplett von vorne anfangen.

Spendenaktion

Wer dem 17-jährigen Brandopfer wieder auf die Beine helfen möchte, kann dies über das extra eingerichtete Spendenkonto 11 50 78 54 51 bei der Sparkasse Schwarzwald-Baar, Bankleitzahl: 694 500 65 tun.

Das Geld kommt komplett der 17-Jährigen zu Gute! Wer eine Lehrstelle oder ein passendes Praktikum anbieten kann, wird über die Redaktion vermittelt: 07721 - 8004 7342.(tri)


Feuerwehr-Kommandant Markus Heinzelmann erklärt den Einsatz



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Ebenso meine Hochachtung vor der Mutetr der Freundin. mehr ...
Grosser Respekt
Ich ziehe mein Hut vor dieser Dame die so eine Hilfe bittet, denn die Realitaet heute ist sehr ... mehr ...
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