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Die Schwenninger Narren haben es gut – für sie ist jetzt das ganze Jahr Fasnet. Gestern wurden Hansel und Schantle als Dauergäste im Heimatmuseum begrüßt.

Wie es sich gehört mit einem dreifachen „Narri-Narro“ und der Narrenmarsch wurde ihnen auch geblasen.

Ein Versuchsballon stieg ja schon im letzten Jahr auf und zeigte so, dass die Fasnet in Schwenningen Hochkonjunktur hat: 4000 Besucher sahen sich damals die Weißnarrenaustellung an. Dieses große Interesse zeigte auch, welche Bedeutung die Fasnet für die Stadt und die Menschen hat. Und so war für Museumsleiter Michael Hütt klar: Bei der Neukonzeption des Heimat- und Uhrenmuseums wird die Narretei und ihre Geschichte richtig groß geschrieben: Muff und Staub müssen raus – die Fasnet muss rein.

Die Narrenzunft musste natürlich nicht lange überredet werden und trug bereitwillig die Dokumente, Sammlerstücke und Beweise der langen Schwenninger Fasnettradition zusammen. Da kam so einiges zusammen. Denn „das schillernde und recht komplizierte Verhältnis der Schwenninger zur Fasnacht“, wie Museumsleiter Hütt es nannte, hat im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Spuren hinterlassen. Gerade auch durch die Probleme, die die Obrigkeit und die Kirche damit hatten. So ist die erste Erwähnung einem Polizeiprotokoll aus dem Jahre 1712 zu verdanken, als zwei Schwenninger in recht ungewöhnlicher Weise schon die gemeinsame Stadt vorlebten und in zwei Villinger Narrenhäser die Straßen unsicher machten.

Dies duldeten die Amtsbüttel überhaupt nicht – sie verhafteten die beiden illegalen Narros und beschrieben mit deutscher Gründlichkeit auch ihr Narrenkostüm. So kommt es, dass die Villinger heute aus einem Schwenninger Polizeiprotokoll ziemlich genau erfahren können, wie sie vor 300 Jahren ausgesehen haben.

An diese historische Episode erinnerte auch Zunftmeister Martin Wittner. Von da an war es ein langer Weg zum heutigen Aussehen der Narrenzunft, die mit 2100 schon mal rein zahlenmäßig einen hohen Stellenwert hat. Von den inneren Werten und der Begeisterungen der Schwenninger für ihre Fasnet ganz zu schweigen. „Die Fasnet ist in Schwenningen mehr als die bloße Aneinanderreihung von Jahreszahlen“, sagte Wittner. Sie sei ein wesentlicher Teil der Stadtgeschichte. Wer etwas über die Vergangenheit erfahren möchte, komme an der Fasnet nicht vorbei.

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