Wenn's Wörter git, die ihr net verschten, froge noch!“ - Diese in breitem Alemannisch durch den künstlerischen Leiter der Alemannischen Bühne Freiburg, Armin Holzer, vorgebrachte Aufforderung, war nicht ganz unberechtigt. Er besuchte gestern Vormittag im Rahmen des Projekts „Mundart in der Schule“ der Muettersproch-Gsellschaft und des Vereins „schwäbische mund.art“ auf Einladung von Schulleiter Johannes Kaiser eine neunte Klassen der St. Ursula-Schulen.
Mit ihm von der Partie war in einer zweiten neunten Klasse Manfred Rehm, Leiter einer schwäbischen Theatergruppe. Zuvor waren die beiden an diesem Vormittag bereits bei zwei zehnten Klassen der Realschule am Deutenberg „zu Gascht“. In jeder Hinsicht also ein schwäbisch-alemannisches Doppelevent.
Wie unterschiedlich das Verhältnis der Generationen zur Mundart sein kann, wurde bereits deutlich, als Johannes Kaiser die beiden Gäste vorstellte. Unbewusst begann er dabei, wie er rasch feststellte, „in seiner erschten Fremdsprache, dem Hochdeutsch.“ Die Schüler dagegen berichteten später, dass in ihrem Alltag die Mundart fast keine Rolle spielt. Lediglich an der Fasnet würde sie noch vermehrt gesprochen und verstehen würden sie die Mundart meistens auch.
In den beiden Unterrichtsstunden „schwätzten“ die Gäste an diesem Morgen nur gelegentlich Hochdeutsch und so zeigte Armin Holzer den Schülern seiner Klasse nicht nur bei den in Alemannisch vorgetragenen Gedichten, dass Mundart sogar durchaus „literaturfähig“ sein kann. Als im Herbst-Gedicht allerdings ein Blatt „nabkeit isch“, war die Übersetzung ins Hochdeutsche doch noch nötig. (put)