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Villingen-Schwenningen Der FDP-Minister gastiert in Tannheim

Einen so prominenten Besucher hatte Tannheim schon lange nicht mehr. Bundesminister Niebel schaute jetzt in der Klinik vorbei

Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zeigte sich gestern bei einem Rundgang durch die Nachsorgeklinik Tannheim beeindruckt von den medizinischen Einrichtungen und dem Ambiente für Kinder und ihre Angehörigen, das ihnen vielleicht vorübergehend ihr Leid vergessen lässt. „So schlimm die Schicksale der Kinder und auch ihrer Angehörigen hier sind, sind die Einrichtungen doch so gestaltet, dass das Drumherum nicht das Problem ist“, fasste er seine Eindrücke nach dem Rundgang zusammen.

In Begleitung von Andrea Kanold, Kreisvorsitzende der FDP Schwarzwald-Baar, und Marcel Klinge, Bundestagskandidat der FDP für den Schwarzwald-Baar-Kreis, hatte sich Minister Dirk Niebel nicht vom Schneetreiben davon abhalten lassen, die Nachsorgeklinik, in der Kinder, die an Krebs und Mukoviszidose erkrankt sind, die unter Herzkrankheiten leiden und auch Kinder mit Transplantationen behandelt und betreut werden, aufzusuchen. Einige Kinder warteten aufgeregt auf den Besuch, ein Kind fragte Roland Wehrle, ob der Minister eine Krone trage.

Wehrle erläuterte, dass die Nachsorgeklinik seit 15 Jahren im Betrieb ist, seit zehn Jahren sei sie voll belegt und trotzdem leide die Klinik unter den nicht ausreichenden Pflegesätzen: „Allein dadurch haben wir ein Defizit von 20 Prozent, wenn ich diese 20 Prozent zur Verfügung hätte, wäre ich nicht auf Spenden für den laufenden Betrieb, dazu sind 600 000 Euro pro Jahr notwendig, angewiesen, betonte er.

Auf die Frage von Niebel, welches Alter die kranken Kinder in der Klinik haben, antwortete Wehrle: „Vom frisch operierten Baby bis zum Alter von 25 Jahren“ sei alles vertreten, bei Kindern, die an Mukoviszidose erkrankt sind, gebe es keine Altersbegrenzung.

Die Patienten und ihre Familien kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus Österreich nach Tannheim, fuhr er fort. Zufrieden zeigte sich Wehrle, dass viele Eltern durch den Aufenthalt mit ihren Kindern in der Klinik aufgebaut und wieder ins Berufsleben zurückgeführt werden konnten.

Auf die Frage, wie es mit der Betreuung des Personals aussehe, antwortete Hans-Peter Grüttner, dass nicht nur die Kinder und die Familienangehörigen, sondern auch die Mitarbeiter betreut würden Nach Einkaufsmöglichkeiten befragt, winkte Wehrle ab. Da sehe es schlecht aus, auch mit Fahrten zu Geschäften: „Uns fehlen die Zivis sehr.“

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Nachsorgeklinik in Tannheim: Die Nachsorgeklinik in der Ortschaft Tannheim bei Villingen-Schwenningen ist eine Einrichtung der deutschen Kinderkrebsnachsorge. Weitere Gesellschafter des Hauses sind die Arbeitsgemeinschaft der baden-württembergischen Förderkreise krebskranker Kinder e.V. und der Mukoviszidose-Bundesverband. Im SÜDKURIER-Themenpaket finden Sie alle Nachrichten und Bilder rund um die Nachsorgeklinik Tannheim.
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