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19.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Catering-Firma macht dicht

Villingen-Schwenningen -  Die Catering-Firma Frisch & Fein, einer der großen Verpflegungslieferanten in der Doppelstadt, stellt die Produktion Ende Mai ein und löst sich auf. Dies bestätigte Geschäftsführer Klaus-Joachim Unger.

Klaus-Joachim Unger, der Geschäftsführer von Frisch & Fein.  Bild: Hahne

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Redakteur Villingen-Schwenningen

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Das Unternehmen, das jahrelang im Café des ehemaligen Familienparks am Klosterhof produzierte, hatte zuletzt von der Stadt eine Räumungsklage bekommen.

Frisch & Fein produziert am Klosterhof täglich bis zu 1200 Essen, die vor allem an Schulen wie etwa für die Mensa des Romäusring-Gymnasiums ausgeliefert wird. Auch die Arbeiterwohlfahrt, die als Gesellschafter an dem Unternehmen beteiligt ist, bezieht bisher täglich rund 250 Essen. Wie Klaus-Joachim Unger gestern betonte, habe er aber für alle Kunden eine Nachfolgeregelung gefunden. Ein namhafter Catering-Betrieb werde die Belieferung nahtlos übernehmen. Die Schulen werden nach den Pfingstferien von diesem neuen Lieferanten bedient. Auch die Arbeiterwohlfahrt hat bereits einen neuen Lieferanten gefunden.

Hintergrund der Firmenliquidierung: Der Catering-Betrieb muss die Küche im ehemaligen Café des Familienparks am Klosterhof verlassen. Nach der Schließung des Familienparks im Jahr 2005 hat Frisch & Fein die Kücheneinrichtung der ehemaligen Firma SAL übernommen, die im Familienpark mit ABM-Kräften einen Cateringbetrieb führte. Doch seit der vom Gemeinderat beschlossenen Räumung des Familienparks war Frisch & Fein dort nur noch geduldet. Zumal in dem Park eine kommerzielle Nutzung eigentlich gar nicht zulässig war. Die Stadt hat dem Betrieb schließlich vor längerer Zeit gekündigt, doch das Unternehmen setzte sich dagegen zur Wehr. Schlussendlich vergeblich: Eine von der Stadt angestrengte Räumungsklage wurde vom Landgericht Konstanz vor kurzem für rechtens erklärt.

Zu diesen juristischen Hintergründen wollte sich Geschäftsführer Unger gestern nicht äußern. Er stellte aber fest, dass der Verlust des bisherigen Standorts im Familienpark für ihn existenzielle Folgen hat. Die Schließung der Betriebsstätte bedeutet für die Firma, dass sie für einen Neuanfang eine neue Kücheneinrichtung hätte kaufen müssen. Doch im Alter von 60 Jahren, so verdeutlichte der Geschäftsführer, möchte er sich nicht mehr in große finanzielle Risiken stürzen. Die Firma wird daher aufgelöst, die vier Vollzeitkräfte und 12 Aushilfen müssen sich einen neuen Job suchen. Unger: „Auch ich stehe für den Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung.“ Doch Anfang Juni wird zunächst die Betriebsstätte am Klosterhof geräumt.

Was in Zukunft aus dem Café wird, ist noch nicht geklärt. Der ehemalige Geschäftsführer des Familienparks, Dieter Sirringhaus, hat unlängst Oberbürgermeister Kubon den Vorschlag unterbreitet, für Jugendpartys ein Veranstaltungszelt auf dem Parkgelände zu installieren. Die Toiletten des Cafés könnten dann für diese Veranstaltungen genutzt werden. Die Stadt hat bisher über diesen Vorschlag noch nicht entschieden.

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