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Villingen-Schwenningen CDA-Chef fordert mehr Solidarität

Karl-Josef Laumann erwartet von seiner Partei mehr soziale Verantwortung „Wir brauchen mehr Solidarität“, mahnt der Bundesvorsitzende

Starke und deutliche Worte fand der Bundesvorsitzende der CDU-Sozialausschüsse (CDA), Karl-Josef Laumann, jetzt bei einer Diskussionsveranstaltung des CDA-Kreisverbandes. Dieser hatte ins Villinger Münsterzentrum geladen und nicht wenige Mitglieder waren gekommen, um ihren Bundesvorsitzenden Laumann live zu erleben.

„Die christliche Soziallehre – unser Kompass für eine menschliche Politik“ lautete das Thema und Laumann hielt mit der Kritik – auch an seiner eigenen Partei, der CDU – nicht lange hinterm Berg. „Wir leben nicht in Spanien oder Portugal, sonst würden wir ganz andere Dinge diskutieren“, so Laumann. Im Gegenteil, man könne auf eine fast flächendeckend niedrige Arbeitslosenzahl und auf eine immer noch prosperierende Wirtschaft blicken.

Allerdings sehe er einen um sich greifenden Materialismus, der den Menschen immer mehr zur Nebensache mache. In den frühen Jahren der Bundesrepublik Deutschland habe man das Land auf den Werten einer christlichen Ethik aufgebaut. Damals habe der Mensch im Mittelpunkt gestanden und Staat wie auch Wirtschaft seien den Menschen zu Diensten verpflichtet gewesen.

Heute mache der zunehmende Materialismus den Menschen zu einem kleinen Zahnrädchen. Und das sei nicht richtig so. Zwar passierten die meisten „Sauereien“ im Dienstleistungsgewerbe, kritisierte der Redner die mancherorts herrschende Billiglohnpolitik, während man in Betrieben, die im internationalen Wettbewerb stehen, meist gute Löhne bezahle.

Aber wenn man mit seinem Lohn nicht mal mehr eine Familie ernähren könne, dann sei das nicht mit den Werten einer großen Volkspartei vereinbar. Immer wieder brachte Laumann die Familie als wichtigsten Baustein eines Landes ins Spiel und forderte eine gesetzliche Regelung bei der Tariffindung. „Wir müssen die Tarifparteien verpflichten sich zu einigen“.

Und man brauche mehr Solidarität sagte Laumann und forderte beim Thema Arbeit und Familie eine Debatte über Flexibilität und vor allen Dingen Verlässlichkeit für Familien. Es könne nicht sein, dass die Hälfte aller neu zu besetzenden Stellen nur noch mit befristeten Verträgen ausgestattet sind. „Wie sollen junge Familien damit ihre Zukunft planen?“, kritisierte er diese Praxis. Die Arbeitswelt müsse sich den Bedürfnissen der Familien anpassen und man müsse, wolle man die christliche Soziallehre ernst nehmen, die Familie wieder in den Mittelpunkt stellen.

Nach soviel Kritik und Ermahnung an alle Parteien und auch an die Adresse der CDU war in der Versammlung eine lebhafte Diskussion angesagt.

Am Schluss der Veranstaltung verabschiedete der Kreisvorsitzende der CDA, Gottfried Schmidt, den Gast mit dem Versprechen, dass die Kreis-CDA die CDU in ihrem Wahlkampf tatkräftig unterstützen werde, da im Wahlprogramm viele Forderungen der CDA zu finden seien.

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