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VS-Villingen Bildungsstreik: Lautstarker Protest der Schüler

10.12.2009


Mehrere hundert Schüler demonstrierten gestern Morgen in der Innenstadt Villingens. Ihr zentrales Anliegen: bessere Bildungschancen für alle, aber auch eine Reform des Turboabis G 8, kleinere Klassen und mehr Lehrer. Der Protestzug verlief friedlich, großes Lob gab es von der Polizei für den erst 16-Jährigen Demonstrationsleiter: „Das hat er gut gemacht.“

VS-Villingen – Mit 100 Schülern rechneten die Organisatoren, doch es wurden mehr. Aus vielen Schulen trafen sie sich gestern Morgen am Villinger Bahnhof, logistisch unterstützt von der Gewerkschaft IG Metall. Trotz Strafandrohungen der Rektoren war den Jugendlichen das Anliegen, für eine Verbesserung der Bildungschancen zu demonstrieren, so wichtig, dass sie die Sanktionen in Kauf nahmen.

In einigen Bildungseinrichtungen gab es noch am Morgen Durchsagen der Rektorate, dass eine Teilnahme strengstens verboten sei. Trotzdem kamen Jugendliche aus dem Hoptbühl- und dem Romäusring-Gymnasium, den Zinzendorf- und St. Ursula-Schulen, der Waldorfschule, der Berufsakademie und der gewerblichen Schulen.

Jugendliche der Karl-Brachat-Realschule beteiligten sich nicht, laut Aussagen der jugendlichen Organisatoren habe das daran gelegen, dass dort die Strafandrohungen „etwas härter“ gewesen seien als anderswo. Das bestritt Schulleiter Rainer Beha, an dessen Schule der Protest vorüberzog. Er habe nur darauf hingewiesen, dass eine Teilnahme während der Schulzeit nicht möglich sei.

Andere Schüler, vor allem aus dem Hoptbühl-Gymnasium, das mit etwa 70 den größten Block stellte, und viele auch aus der Unter- und Mittelstufe, schwänzten gestern den Unterricht, um mit bunten Plakaten, lockeren Sprüchen und viel Elan ihr Thema in die Öffentlichkeit zu bringen: Zwischen dem Turboabi G 8 und Studiengebühren, überfüllten Studiengängen und zu vollen Schulklassen sehen sie ihre Chancen schwinden. Auch eine Gruppe türkischsstämmiger Jugendlicher beteiligte sich an dem Protest.

Mit etwa zehn bis 15 Schülern richtete der Villinger Hoptbühl-Gymnasiast Yannick Bach diesen Protestzug im Rahmen der bundesweiten Aktion Bildungsstreik aus. Mit Protestrufen wie „Bildung für alle – und zwar umsonst“, „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“, „Unsere Bildung, die ist krank, das Geld, das hat die Deutsche Bank“, zogen die Jugendlichen durch die Stadt.

Ein Thema, das vielen auf den Fingern brannte, war das Turbo-Abi G 8: Immer schneller, immer mehr Schulstoff lernen, das sei ein schwieriger Balance-Akt. Wann bleibe die Zeit für Freunde, wann für die Vereine unter dem „Lern- und Zeitdruck und so was“, wie es der 17-jährige Christopher Bendek ausdrückte. Wer das Abi dann in der Tasche hat, ist mit der nächsten Misere konfrontiert: Studiengebühren oder zu volle und verschulte Studiengänge.

Für die jugendlichen Organisatoren gab es von der Polizei viel Lob. Bis auf eine heikle Szene, als eine Gruppe auf den Romäusring drängte, hatten der Demonstrationsleiter und seine Ordner die Demo im Griff.

Bildungsstreik: 400 Schüler gehen auf die Straße

Bilder von der Schülerdemo in Villingen
Studiengebühren
Von unbekannt
@Timotheus

Meiner Meinung nach kann in Deutschland jeder studieren, wenn er es will.
Studiengebühren
Von unbekannt
Beim Thema G8 kann ich den Unmut der Schüler sehr gut verstehen

Bei Studiengebühren ...
Studiengebühren!
Von unbekannt
Erstmal meckern, bevor man nachdenkt, richtig?

Warum Schüler für Bildung zahlen müssen?
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