Auch bei den Spaniern selbst, wie etwa Santiago Diaz de Villegas le Bouffant und Paula Bernedo Juez sagen: Der Ingenieur und die Ingenieurin flogen gestern beide „mit einem guten Gefühl“ wie sie es sagen, in die Heimat zurück. Wobei bei den heimischen Firmen, die sich an der Anwerbeaktion beteiligten, der Wunsch bestehen dürfte, möglichst viele der begehrten Fachkräfte in den hiesigen Betrieben wiederzusehen.
Doch auch wenn jetzt noch keine konkreten Abschlüsse vorliegen, die allseitige Zufriedenheit wurde gestern zum Abschluss bereits deutlich. Thomas Albiez, Geschäftsführer der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, zeigte sich überzeugt von der Aktion der regionalen Wirtschaftsförderung. Allein 14 000 Fachkräfte, konkretisierte er, werden bis im Jahr 2020 in Region fehlen, derzeit sind es schon 4000 Facharbeiter und dazu 700 Ingenieure, die von den Firmen dringend gesucht werden.
„Erstmals sind sogar 180 Stellen im Ausbildungsbereich unbesetzt geblieben, so etwas gab es noch nicht“, verdeutlichte Albiez die Dramatik der Situation. Deshalb sei es selbstverständlich, dass die IHK die Anwerbung von spanischen Fachkräften in der Region unterstütze.
Erika Faust, Chefin der Agenturen für Arbeit Villingen-Schwenningen und Rottweil, schwärmte geradezu von den Bewerbungsgesprächen in der Neuen Tonhalle in VS-Villingen, die hier am Dienstag zwischen den spanischen Fachleuten mit den beteiligten Firmen geführt worden waren. Ziel ist es nun, bis Ende September rund 20 Arbeitsverträge fest zu machen. „Wir werden mit den Unternehmen in Verbindung bleiben und Hilfe anbieten wo nötig“, verspricht Faust.
„Für uns war es ein echtes Abenteuer, dass wir hierbei mitgemacht haben“, erzählt Ingrid Weiss von der Firma DDM Hopt & Schuler aus Rottweil. „Ich hatte einige geplante und auch ungeplante Gespräche, 25 bis 30 Kontakte hatten wir am Stand in der Tonhalle“, erzählt Weiss.
Und Alexander Metz von der Firma BDT Media Automation ebenfalls aus Rottweil lobte die perfekte Organisation der Tage. „Die Spanier waren sehr locker und positiv gestimmt, damit hatten wir es sehr einfach, in die Bewerbungsgespräche zu gehen“, so Metz. Zwei Ingenieure für die Konstruktion und einen für Software hatte man gesucht, 14 Gespräche wurden geführt. „Wir hatten heute außerdem vier Kandidaten im Haus und konnten das Gespräch im ihnen intensivieren“. In den nächsten acht Wochen wolle man die „finale Entscheidung treffen“, wie Metz es ausdrückte.
Heinz-Rudi Link von der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft bedankte sich noch einmal bei allen, ehe es für die Gäste schließlich mit Omnibussen zum Flughafen in Richtung Heimat zurückging. Er machte nochmals deutlich, warum die Anwerbeaktion so wichtig war: „Jeder Ingenieur, der in Beschäftigung ist, befördert, so zeigt die Statistik, durch seine innovativen Ideen weitere 150 Arbeitsplätzen“, unterstrich Link. Und er zeigte sich überzeugt, dass letztlich mehr als 20 Verträge geschlossen würden.
Ob Santiago Diaz de Villegas le Bouffant und Paula Bernedo Juez unter denen sein werden, die in Zukunft in der Region arbeiten und leben werden, konnten sie jetzt noch nicht sagen. „Aber es wurde gesagt, dass man uns bald Bescheid geben wird“, so die beiden übereinstimmend.
Begeistert sind sie von der erfahrenen Gastfreundlichkeit in Deutschland allemal.
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