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Villingen-Schwenningen Barrierefreies Wohnen wird in der Stadt immer wichtiger

28.04.2011


VS-Villingen – Der Vorstand des deutschen Mieterbundes hatte mit Ute Lichtblau vom Spitalfonds einen intensiven Meinungsaustausch, als sie gemeinsam das neue barrierefreie Mehrfamilienhaus in der Friedenstraße und die betreuten Altenwohnungen am Warenbach begutachteten.Das Gebäude Friedenstraße 3 lässt in Sachen Barrierefreiheit und Wohnkomfort keine Wünsche offen: nirgends Schwellen, Lift, die Türen in den Fluren und im Keller lassen sich per Schalter elektrisch öffnen, geräumige, helle Tiefgarage, Fußbodenheizung, automatische Lüftung, barrierefreies Bad.Der Spitalfonds nennt die Wohnungen „Servicewohnungen“. Ein Hausmeister besorgt alle Wartungs- und Reinigungsarbeiten.

Daneben kann – je nach Bedarf – im Rahmen eines Betreuungskonzepts Hilfe von außen in Anspruch genommen werden. Somit ist gesichert, dass die Wohnung auch den Anforderungen im hohen Alter gerecht wird.

Ute Lichtblau erinnerte an das Achtfamilienhaus aus dem Jahr 1930, das zuvor an dieser Stelle gestanden hatte – ohne Wärmedämmung, ohne Balkone, mit sehr bescheidenem Wohnkomfort. Bei einer Kosten-Nutzen-Rechnung sei klar geworden, dass ein Neubau günstiger werde als eine Sanierung. Nun hat das neue Haus zwölf Zwei - und Dreizimmerwohnungen, sechs davon rollstuhlgerecht. Die Miete beträgt sieben Euro pro Quadratmeter – dazu kommen die Nebenkosten wie Hausmeister, Lift, Versicherungen, Grundsteuer und die Heizkostenpauschale.

Auch elf Jahre nach der Eröffnung präsentiere sich „Wohnen am Warenbach“ als äußert attraktive Wohnanlage. Dazu trage einmal die stadtnahe Lage direkt an einem Erholungsgebiet, aber auch der makellos gepflegte Zustand der Anlage und die günstig zugeschnittenen Appartements mit drei Räumen, Küche und Bad bei. Die Miete für die 52 Quadratmeter großen Appartements beträgt 347 Euro plus Nebenkosten. Dazu kommt eine Betreuungspauschale von 91 Euro. In dieser Pauschale sind nicht nur Notruf und Telefonanschluss, sondern auch die tägliche Anwesenheit einer Fachkraft mit Angeboten wie Gedächtnistraining, Gymnastik oder Singen enthalten sowie die Beratung bei anfallenden Problemen der Bewohner.

Für die Vorstandsmitglieder des Mieterbundes haben die beiden Einrichtungen Vorbildcharakter. Die Frage für die Zukunft müsse allerdings lauten: Wie können in solchen Wohnobjekten Wohnungen geschaffen werden, die auch für kleinere Einkommen, kleinere Renten bezahlbar sind? Bernd Schenkel, Vorsitzender des deutschen Mieterbundes, erinnerte an den sozialen Wohnungsbau – heute nennt man es „Geförderter Wohnungsbau“. In den letzten Jahren habe Baden-Württemberg die Fördermittel fast nur für Eigenheime und Eigentumswohnungen eingesetzt. Die zukünftige Landesregierung – so die Wahlversprechen – werde wieder verstärkt Mietwohnungen fördern, hieß es im Wahlkampf. Bernd Schenkel hofft, dass die einheimischen Wohnbaugesellschaften und Genossenschaften solche Mittel beantragen ,um damit auch altengerechte Wohnungen zu einem günstigeren Mietpreis anbieten zu können.

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