Es ist schon außergewöhnlich: Bereits zum fünften Mal in Folge hat sich ein Amselpärchen den Balkon von Günther und Elke Zapf im Villinger Wohngebiet Haslach für den Nestbau ausgesucht. Doch dieses Mal war es noch ein wenig außergewöhnlicher als sonst. Günther Zapf erzählt: „Zum ersten Mal sind alle fünf Junge flügge geworden.“
In den vergangenen vier Jahren war es um das Schicksal der kleinen Vögel nicht gar so gut bestellt: Einmal ist eines von fünf Eiern nicht geschlüpft, ein anderes Mal wurde ein Junges von einer Elster aus dem Nest geklaut. In einem weiteren Jahr kehrte die Amseldame nicht zu ihrem Nest zurück und das Männchen sah sich nicht in der Lage, sich um seinen Nachwuchs zu kümmern. Alle Jungtiere starben, weil sie entweder erfroren oder verhungerten. Wieder ein anderes Mal wurde ein kleines Amselchen von den anderen vier erdrückt und kam ebenfalls um.
Das Ehepaar nimmt regen Anteil am Leben der tierischen Besucher. „Das ist besser als jedes Fernsehprogramm“, stellt Günther Zapf fest. „Es macht einfach Spaß, die Vögel zu beobachten und ihnen beim Aufwachsen zuzusehen.“ Anfangs sind die Amseln immer noch recht scheu, gewöhnen sich aber mit der Zeit an das Ehepaar und lassen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Enorm findet Günther Zapf, dass alle fünf Junge überlebten, obwohl die Brutstätte eigentlich zu klein war. Jedes Jahr räumt er das gebaute Nest wieder weg. „Die Vögel sollen ja etwas zu tun haben“, meint er. „Wir hoffen, sie sind auch nächsten Frühling wieder da.“
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