Villingen-Schwenningen Amok-Warnsysteme für alle Schulen in Villingen-Schwenningen

Die Stadt rechnet mit hohen Kosten und will die Anlagen deshalb nach und nach installieren. Zehn von 23 Schulen stehen dabei auf einer Prioritätenliste, erst bei einer Schule wurde eine derartige Anlage überhaupt eingebaut.

Um die Ausstattung städtischer Schulen mit Notfall- und Gefahren-Reaktions-Systemen (NGRS), umgangssprachlich auch Amok-Warnsysteme genannt, ging es dieser Tage im Technischen Ausschuss. Die zuständigen Ämter hatten hierzu ein Konzept entwickelt, das zur Vorlage kam. Die Schulen sollen, so die Vorlage, dabei Zug um Zug mit einem solchen System ausgerüstet werden. Grundsätzlich sollen bei Schulen Knaufzylinder in den Klassenräumen eingebaut werden, damit die Räume im Gefahrenfall von innen verschlossen werden können.

Stefan Assfalg, der Leiter des Amtes für Jugend, Bildung und Soziales, verdeutlichte allerdings, dass es bisher keine verpflichtenden gesetzlichen Bestimmungen gebe. Lediglich Hinweise zur Amokprävention habe das Innenministerium veröffentlicht. Sicher sei nur, so ergänzte Assfalg, dass man hier, wie beim Brandschutz, viel Geld ausgeben könne. Allerdings, so betont es die Vorlage, müssten auch größere Kindertagesstätten bei der Planung berücksichtigt werden.

Um die vorhersehbaren Kosten für die Ausstattung mit den entsprechenden Sprech- und Sicherheitsanlagen zeitlich zu verteilen, wurde eine Priorisierungsliste vorgelegt. 23 städtische Schulen sind darin aufgelistet, allein die Friedensschule ist schon mit einem entsprechenden System ausgestattet.

So summieren sich die Kosten für das Gymnasium am Romäusring für ein entsprechendes System auf insgesamt mindestens 536 000 Euro bei einem Sicherheitsgrad eins. Dies können bei Grad drei aber auch fast 80 000 Euro mehr sein. Dass die Schulen mit entsprechenden Warnsystemen ausgestattet werden sollen, war bei der Diskussion im Ausschuss unstrittig.

Dirk Sautter sprach sich in der Diskussion allerdings für Augenmaß bei der Ausrüstung mit dem Sicherheitssystem aus. „Wir sollten nicht übers Ziel hinausschießen. Wir können ja erst mal alle Schulen mit dem Sicherheitsgrad eins ausrüsten, dann haben wir einen Grundschutz, das ist ein den Verhältnissen angemessenes Vorgehen.“ Dieser Aussage stimmte auch Oberbürgermeister Rupert Kubon ausdrücklich zu.

Bürgermeister Detlev Bührer brachte es schlicht auf den Punkt: „Es kann sehr viel getan werden in dem Bereich. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben muss allerdings nicht alles gemacht werden, was möglich ist.“ Bei der abschließenden Abstimmung zur Vorlage im Gemeinderat stimmten vier Mitglieder des Technischen Ausschusses für die Vorlage, alle anderen enthielten sich der Stimme.

Vorrang für zehn Schulen

Die zehn Schulen, die laut Vorschlag von Seiten der städtischen Ämter vorrangig mit einem Amokwarnsystem ausgestattet werden sollen, sind folgende: 1. Gymnasium am Romäusring, 2. Karl-Brachat-Realschule, 3. Schulverbund Deutenberg, 4. Gymnasium am Hoptbühl, 5. Golden-Bühl-Schule, 6. Bickebergschule, 7. Gartenschule, 8. Haslachschule, 9. Grundschule im Steppach und 10. Südstadtschule. (us)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Einzigartige Geschenke von Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
VS-Schwenningen
Villingen-Schwenningen
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren