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Villingen-Schwenningen Allein im Ruderboot auf einem Ozean

Janice Jakait berichtet in der Neuen Tonhalle über ihre Erfahrungen, die sie im Ruderboot über den Atlantik sammelte.

Innerhalb von 90 Tagen überquerte Janice Jakait in ihrem Ruderboot Bifröst alleine den atlantischen Ozean von Portugal bis nach Barbados. Über ihre Erlebnisse auf See und wie sie ihre Erfahrungen mit in den Alltag genommen hat, berichtete Jakait jetzt in der Neuen Tonhalle einem begeisterten Publikum.

Am 23. November 2011 stach die damals 34-jährige Janice Jakait in Portugal in See. Als erste Deutsche hatte sie sich vorgenommen, alleine über den Atlantik zu rudern. „Row for silence“ nannte sie ihre Aktion, mit der die Extremsportlerin auf den Unterwasserlärm aufmerksam machen wollte, der für Meeressäuger und Fische tödliche Folgen haben könne.

zweijährige Vorbereitungszeit

Die gelernte IT-Beraterin entdeckte bereits Ende der 90er Jahre einen Artikel über Tori Murden McClure, die versuchte, den Atlantik im Ruderboot zu überqueren, aber scheiterte. Doch die Frau gab nicht auf und startete einen zweiten Versuch, der diesmal erfolgreich verlief. „Wenn jemand über einen Ozean rudert, dabei fast draufgeht und es noch einmal versucht, muss es doch da draußen etwas zu finden geben, das es wert ist, unter diesen Strapazen gesucht zu werden“, folgerte Jakait in ihrem Buch „Tosende Stille“.

Seekrankheit und Schlafentzug

Nach zweijähriger Vorbereitungszeit startete sie ihre Reise. Zehn bis zwölf Stunden ruderte Jakait täglich, jeweils in zweistündigen Schichten, in ihrem speziell für sie ausgerüsteten Ruderboot Bifröst. Seekrankheit, Schlafentzug und Stress machten ihr schwer zu schaffen. „Ich habe extrem halluziniert und mir fehlen viele Stunden der Erinnerung im Boot“, berichtete sie.Für ihre Strapazen wurde Jakait schließlich mehr als entschädigt: Sie erlebte einmalige Naturschauspiele, tagelang begleiteten sie Delfine, eine Sturmmöwe war 88 Tage lang bei ihr und auch ein acht Meter langer Minkwal nahm zwei Wochen lang an ihrer Reise teil. Nach 90 Tagen und 6500 Kilometern kam Jakait nicht nur in Barbados an, sondern schließlich auch bei sich selbst. „Ich begriff, dass ich selbst das einzige Problem meiner Unzufriedenheit bin und diese Erfahrung habe ich mit nachhause genommen.“

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