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28.06.2012  |  von  |  0 Kommentare

Villingen-Schwenningen Abi-Streich nach Eskalation abgesagt

Villingen-Schwenningen -  Polizei nimmt zwei Schüler in Gewahrsam - Widersprüchliche Aussagen über Geschehnisse

Symbolbild  Bild: dpa

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Redakteurin Villingen-Schwenningen

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Es sollte der krönende Abschluss des Schuljahres nach dem Abitur werden: Der Abi-Streich am Romäusring-Gymnasium. Nach einem Polizeieinsatz in der Nacht auf Mittwoch, Rangeleien und Beschwerden wegen Lärmbelästigung hat die Schulleitung den für gestern geplanten Streich abgesagt.

Der Doppeljahrgang mit 154 Schülerinnen und Schülern wollte – wie seit Jahren üblich – im Schulgebäude übernachten und den Streich vorbereiten. Dabei hörten die Schüler Musik und feierten. Nach Aussage einer Anwohnerin, die seit Jahren die Abi-Feiern miterlebt, war „es nicht lauter als sonst.“ Bis nach Mitternacht wurde friedlich gefeiert, über das weitere Geschehen gibt es unterschiedliche Aussagen der Polizei und einiger Augenzeugen. Die Polizei schreibt in ihrem Bericht, dass viele der Jugendlichen und Erwachsenen stark alkoholisiert waren und ganze Gruppen in Streit geraten seien.

Die Polizei habe Platzverweise erteilt und versuchte die Lage zu beruhigen. Man habe einen geordneten Nachhauseweg der „sichtlich angetrunkenen“ Jugendlichen überwacht. Nach Aussage einer Mutter war aber eine externe Gruppe von neun Personen der Auslöser für die Streitigkeiten. Ihr Sohn sei mit einem Freund von dieser Gruppe angepöbelt worden, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Mittlerweile waren weitere Schüler dazugekommen und einer aus der fremden Gruppe habe „zugeschlagen“. Danach sei es zu Rangeleien gekommen. Polizeichef Wössner bestätigte auf Anfrage, dass wohl eine externe Gruppe in die Geschehnisse eingebunden war. Die Polizei war laut Zeugenaussagen mit vier Wagen vor Ort, da sie gerade von einem anderen Einsatz kamen.

„Die Schüler wurden gleich ins Schulgebäude gescheucht, keiner hat sich mal angehört was sie zu sagen hatten“, so eine Mutter. Besonders empört waren die Schüler über die Tatsache, dass die externe Gruppe einfach gehen konnte. „Das haben viele als ungerecht empfunden“, berichtet die Mutter.

Die Polizei alarmierte Konrektor Friedemann Schmidt, der sofort alle Schüler heimschickte, die Feier beendete und den Abi-Streich absagte. Viele Schüler machten sich friedlich auf den Heimweg, eine Gruppe von etwa 50 Schülern wollte weiterfeiern und verabredete sich an der Brigach. „Das hat die Polizei gehört und ist dann dorthin gefahren“, erzählt eine Anwohnerin.

Die Polizei berichtet in ihrer Presseerklärung von „über die Maßen lauten Schülern“, die Stühle in der Niederen Straße abschleppten. Zwei Schüler wurden in Gewahrsam genommen, weil sie sich den ausgesprochenen Platzverweisen nicht beugten. Beide müssen laut Polizei mit Anzeigen wegen Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte rechnen. Nach Aussagen von Schülern saßen diese beiden einfach auf einer Bank und warteten auf ihre Freunde. Da sie ihrer Meinung nach nichts getan hatten, wollten sie dem Platzverweis nicht nachkommen.

Für Polizeichef Roland Wössner sind die Vorkommnisse „überraschend“. Man müsse mit allen Verantwortlichen reden. Auch an der Schule gibt es Überlegungen, wie solche Vorfälle künftig verhindert werden können. „Wir werden da intensive Gespräche führen“, so Rektor Krautheimer.

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