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Villingen-Schwenningen 8000 Kilometer weit, 8000 Meter hoch

Die Besucher in der voll besetzten Neuen Tonhalle ließen sich bei „Story VS“ von der Multivisionsshow „Ultratour – 8000 Kilometer weit, 8000 Meter hoch“, begeistern. Bilder: Sprich
Die Besucher in der voll besetzten Neuen Tonhalle ließen sich bei „Story VS“ von der Multivisionsshow „Ultratour – 8000 Kilometer weit, 8000 Meter hoch“, begeistern. Bilder: Sprich |

Eine Fahrradtour über 8000 Kilometer oder die Besteigung eines Achttausenders sind für sich genommen bereits eine Leistung, deren Bewältigung nur ganz wenigen Menschen vorbehalten ist. Aber zuerst 8000 Kilometer radeln und im Anschluss einen der höchsten Berge der Welt zu besteigen, das ist schon eine wahre „Ultratour“. So bezeichnete Christian Rottenegger seine Reise mit dem Fahrrad von Deutschland nach Pakistan und der anschließenden Be-steigung des Gasherbrum II. Über die Erlebnisse seiner Expedition „8000 Kilometer weit, 8000 Meter hoch“ berichtete er im Rahmen der vom SÜDKURIER als Medienpartner unterstützten Eventreihe „Story VS“ in der vollbesetzten Neuen Tonhalle.

Die Multivisionsshow des Extrembergsteigers und Fotografen Christian Rottenegger war mehr als ein Reisebericht. Die mit atemberaubenden Dias und Videosequenzen gestaltete Show machte die Strapazen deutlich, die Rottenegger und sein Team während der fünfeinhalb Monate dauernden Expedition durchmachen mussten. Eisige Kälte, brütende Hitze und dazu die Gefahr bei der Durchquerung von Ländern, die man über die Nachrichten überwiegend als Krisengebiete wahrnimmt, zehrten an der körperlichen und seelischen Substanz des fünfköpfigen Teams, zu deren Bewältigung mitten in Anatolien echte bayrische Weißwürste halfen. Die Zuhörer, die gebannt auf die 15 Meter breite Leinwand starrten, spürten die Anstrengungen der Radfahrer im Sattel regelrecht. Sie merkten aber auch, mit wie viel Enthusiasmus der 38-Jährige Extrembergsteiger über das Abenteuer erzählte. Und dass die Herausforderung, es aus eigener Kraft zu schaffen, das besondere Erlebnis für ihn war.

Fast ein halbes Jahr lang dauerte die Reise von Augsburg durch Italien, Türkei, Anatolien, Nordiran, Usbekistan, Kirgisien, China bis Pakistan. Am Ende waren es mehr als 9000 Kilometer, die die Sportler auf dem Fahrrad zurücklegten. Inklusive des Versuchs, am Ende der Reise den 8035 Meter hohen Gasherbrum II im Himalaya-Gebirge zu besteigen. Die Betonung liegt dabei auf „Versuch“. Denn während die Extremsportler die Widrigkeiten auf dem Rad – ausgeschlagene Kugellager, gebrochene Speichen und geplatzte Reifen – selbst bewältigen konnten, zeigten ihnen der Berg und das Wetter, wer der Stärkere ist. Wetterumschwünge und über Nacht zugeschneite Höhenlager ließen die Expedition 300 Meter unter dem Gipfel scheitern.

Dass Christian Rottenegger die Expedition dennoch als gelungen betrachtet, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass von seinem Team immerhin alle lebend von der Reise zurückgekehrt sind. Bei einer anderen deutschen Expedition, die zur selben Zeit den Gipfel besteigen wollte, wurden vier Bergsteiger von einer Lawine mitgerissen, zwei von ihnen kamen dabei ums Leben.

Roland Sprich

Extrembergsteiger Christian Rottenegger begeistert mit seinem Vortrag.
Extrembergsteiger Christian Rottenegger begeistert mit seinem Vortrag. |

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