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10.07.2012  |  von  |  0 Kommentare

Unterkirnach Waldbesuch mit Forstamtsleiter

Unterkirnach -  Was in und mit den Wäldern um Villingen-Schwenningen passiert, erläutert Tobias Kühn den Gästen der Unterkirnacher Spielscheune

Waldameisen auf der Hand, das kribbelt und ist gesund. Die achtjährige Catharina Kühn macht es vor.  Bild: Fein



„Eigentlich sollte man sich heutzutage auf die Wettervorhersage verlassen können“, meinte Tobias Kühn, Chef des Forstamts der Stadt Villingen-Schwenningen und Herr über 6000 Hektar Wald und sucht Schutz unter einem Baum vor dem plötzlichen Regenguss. Und mit ihm auch die sieben erwachsenen Besucher des Waldes auf der Gemarkung Unterkirnach, die der Einladung von Sandra Peter, der Leiterin der Spielscheune gefolgt waren, um sich aus berufenem Mund über das Geschehen im Wald informieren zu lassen.

Wer allerdings das Plakat, mit dem diese Veranstaltung beworben worden war, aufmerksam gelesen hatte, der war mit festem Schuhwerk und Regenkleidung ausgestattet. Beim Forstamtsleiter Kühn hatte allerdings der Optimismus gesiegt, weshalb er kurzärmelig bekleidet etwas mehr unter dem Wetter leiden musste als seine Tochter Catharina, die ihre Regenkleidung dabei hatte. Denn nach zum Auftakt schönstem Sonnenschein folgte immer mal wieder die eine oder andere Regenphase. Und den Kindern, die mit Manfred Zimmerer an anderer Stelle im Wald unterwegs waren, erging es natürlich nicht viel besser. Alle waren froh, als man nach etwa zweistündigem Marsch durch den Wald das Gasthaus Auerhahn erreichte, wo ein zünftiges Holzwurmvesper auf die Walderkundler wartete.

Zuvor hatte man aber einiges über den Wald im Allgemeinen und den Wald auf der Gemarkung Unterkirnach im Speziellen erfahren. Zuständig auch für diesen Wald ist das Forstamt in Villingen-Schwenningen, an dem sechs Revierleiter und 20 Waldarbeiter beschäftigt sind. Außerdem bilde man ständig aus und die guten Azubis behalte man nach Möglichkeit auch in der eigenen Mannschaft, erklärt der Chef der Behörde, Tobias Kühn. Da die Jagd im gewissen Sinne mit zur Waldpflege gehört, sind im ganzen Waldgebiet etwa 40 private Jäger mit in die Hege und Pflege eingebunden. Fichte und Tanne sind die beherrschenden Baumarten, wobei die Tanne von den Eigenschaften hochwertiger ist. So sind beispielsweise alle alten Schwarzwaldhöfe aus dem Holz dieses Baumes gebaut. Der Anteil der Buche, noch vor Jahren bei etwa 15 Prozent, spielt mit heute nur noch sechs Prozent nicht mehr die große Rolle.

Wichtig sei der Stadtwald nicht nur als Naherholungsziel für die Menschen in der Region, sondern auch für den Haushalt der Stadt Villingen-Schwenningen, erklärt Tobias Kühn. Etwa 1,5 Millionen Euro spült die Holzwirtschaft in jedem Jahr in die Stadtkasse. In den Wäldern in Deutschland ist das Prinzip der Nachhaltigkeit angesagt. Es darf nur so viel geerntet werden, wie auch nachwächst. Eine große Rolle in der nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes spielt die Naturverjüngung, die zu steuern ebenfalls Aufgabe der Forstwirtschaft ist. Von der jungen Pflanze bis zum ausgewachsenen Baum, der in die Holzverwertung kommt, liegen schon mal 150 Jahre.

Nach dieser informativen Waldbegehung und dem stärkenden Vesper im Auerhahn wurden die Waldbesucher noch Zeuge, wie ein Baum gefällt wurde. Anschließend ging es zum Sägewerk Dold in Unterkirnach, wo man zuschauen konnte, wie aus dem Baum Bretter gesägt wurden, die dann der weiteren Verwertung des nachhaltigen Rohstoffes Holz zur Verfügung stehen. Ein informativer Tag, den man in einer gemütlichen Kaffeerunde ausklingen ließ.

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