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22.10.2010  |  0 Kommentare

Unterkirnach Stiftung Nestwerk steht unter Betrugsverdacht

Unterkirnach -  Um Millionenbeträge, fingierte Verträge und gefälschte Unterschriften soll es gehen: Gegen den Vorstand der Stuttgarter Stiftung Nestwerk wurde in dieser Woche von Seiten der Stadt Stuttgart Anzeige wegen des Verdachts auf Betrug und Urkundenfälschung gestellt. Gleichzeitig soll die Stiftung nach Presseangaben Insolvenzantrag beim Amtsgericht Stuttgart gestellt haben.

Das ehemalige Kloster Maria Tann in Unterkirnach sollte einst ein Luxushotel werden. Doch seine Zukunft bleibt weiterhin ungewiss. Jetzt meldete die Stiftung Nestwerk in Stuttgart, der das Gebäude gehört, Insolvenz an, gleichzeitig wurde Strafanzeige gegen den Stiftungsvorstand gestellt.  Bild: Bild: Henriette Wielandt



Stiftung Nestwerk steht unter Betrugsverdacht

Inwieweit die Nestwerk GmbH und damit auch das Gebäude Maria Tann in Unterkirnach davon betroffen sind, steht noch nicht fest. Informationen zufolge steht die Stiftung im Verdacht, bei Banken gefälschte Schriftstücke vorgelegt zu haben, die den Briefkopf der Stadt Stuttgart sowie die Unterschrift der ehemaligen Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch trugen. Müller-Trimbusch wird auch auf der Internetseite als Kuratoriumsmitglied der Stiftung aufgeführt.

Bekannt wurden die Vorgänge offenbar erst, als sich die Banken, mit denen Nestwerk in Kontakt steht, an die Stadt wandten und um Aufklärung vermeintlicher Geschäftsbeziehungen baten.

Gleichzeitig steht der Vorwurf im Raum, dass Stiftungsmittel zweckentfremdet worden sein sollen.

In Unterkirnach sind die Stiftung und das Kloster Maria Tann Dauerthema und ewiges Sorgenkind. Seit Jahren fehlt ein Konzept für den Betrieb des ehemaligen Klosters, immer wieder werden zwar kleine bauliche Maßnahmen erledigt, das Gebäude verfällt jedoch zusehends. Kaputte Scheiben und absinkende Balken prägen das Bild auf dem Weg nach Unterkirnach.

Ideen für das Gebäude gab es zwar immer wieder, Sponsoren für die Umsetzung waren aber nicht zu finden. Der Unmut über das Verhalten der Stiftung Nestwerk und den Zustand von Maria Tann war in den letzten Jahren in der Gemeinde und vor allem auch im Gemeinderat immer wieder zu spüren. Viele fühlten sich nicht genug informiert und alleingelassen.

Gestern lag beim Amtsgericht in Stuttgart weder der Insolvenzantrag der Stiftung Nestwerk noch die Strafanzeige gegen den Stiftungsvorstand vor, wie eine Sprecherin des Gerichtes erklärte.

Das habe aber vermutlich mit der zeitverzögerten Bearbeitung zu tun, der Vorgang vom Eingang der Anzeige bis hin zur Aufnahme ins System dauere üblicherweise ein paar Tage. Danach müsse dann festgestellt werden, ob ermittelt wird und wer als Insolvenzverwalter beauftragt werde.

Die Stiftung selbst oder ihr Vorstand waren für die SÜDKURIER-Redaktion für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen, der Stiftungsvorstand wurde nach Angaben der Stadt Stuttgart beurlaubt.

Wie es also weitergeht, ob die Vorwürfe gegen die Stiftung begründet sind und inwiefern das auch das ehemalige Kloster Maria Tann betrifft, bleibt weiterhin ungewiss.


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