Samuel Koch, der vor knapp einem Jahr bei „Wetten, dass …?“ verunglückt ist, hat die Schirmherrschaft für den Inklusionsbetrieb Fohrenhof übernommen. Sein Engagement will er auch noch nach der Eröffnungsfeier beibehalten.
Unterkirnach – Samuel Koch hat seine erste Schirmherrschaft nicht in Berlin, München oder Frankfurt übernommen – sondern in der kleinen Schwarzwaldgemeinde Unterkirnach. Der 24-Jährige, der vor gut einem Jahr in der Fernsehsendung „Wetten, dass …?“ verunglückte, kam am Samstag persönlich zur Eröffnung des Inklusionsbetriebes Fohrenhof, in dem behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen arbeiten.
„Die Integration von behinderten und eingeschränkten Personen beschäftigt mich zurzeit mehr denn je“, sagte Samuel Koch in seiner Rede. Er selbst müsse sich aktuell neu definieren und positionieren. Er kenne beide Seiten, aus diesem Grund habe er die Schirmherrschaft gerne übernommen. Doch die Einschränkung bringe auch eine Schärfung der anderen Sinne mit sich. „Als ich die ersten drei Monate auf der Intensivstation auf einer Luftma tratze nur auf dem Rücken liegen durfte, habe ich schon nach kurzer Zeit gemerkt, wie sich mein Horizont auf andere Weise weiterentwickelt hat“, sagte Samuel Koch. So habe er beispielsweise das komplette Krankenhauspersonal an den Schritten unterscheiden können. Während behinderte Menschen auf der einen Seite eingeschränkt seien, seien auf der anderen Seite die übrigen Sinne und Fähigkeiten entwickelt – und das sollte genutzt werden. „Im Leben werden manchmal Türen geschlossen und Wege versperrt, aber es gehen auch neue Türen auf“, sagte er. Und eine solche Türe sei der Unterkirnacher Fohrenhof.
Lange hatten der Caritasverband für den Schwarzwald-Baar-Kreis und die Gemeinde Unterkirnach auf die Realisierung des Projektes hingearbeitet. 2007 wurde versucht, einen Inklusionsbetrieb auf einem barrierefreien Campingplatz zu starten. Dies scheiterte an fehlenden Investoren. Mit der Sanierung der Hapimag-Anlage wurde dann das Fohrenhof-Projekt möglich. „Manches kommunalpolitische Trübsalgeblase ist nun positiv bewältigt worden, angesichts dessen, was wir hier für ein einzigartiges innovatives und unkonventionelles Projekt hinbekommen haben“, so Bürgermeister Gerold Löffler, der die Umsetzung mit einem Marathonlauf verglich.
Samuel Koch wird, nachdem er die kleine Schwarzwaldgemeinde nun wieder verlassen hat, die kommenden Wochen im Schweizer Rehabilitationszentrum Nottwil verbringen. Doch voraussichtlich wird er einen Tag vor Weihnachten entlassen. „Ich hoffe, dass es ganz schön wird in der Zukunft – so stelle ich es mir vor.“ Wie genau sein Leben aussehen soll, weiß er noch nicht. „Ich durchlaufe gerade eine Selbstfindungsphase.“ Nur eines weiß er sicher: Er möchte sein Leben so selbstständig wie möglich gestalten. Und wie stellt er sich seine Schirmherrschaft vor? „Mit Sicherheit wird es nicht lange gehen, bis ich wieder hier sein werde“, verspricht Samuel Koch. Da es seine erste Schirmherrschaft ist, kenne er sich damit noch nicht so aus. „Ich werde gucken, wie ich mich einbringen kann.“
Bilder der Fohrenhof-Eröffnung mit Samuel Koch