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Unterkirnach Maria Tann ist Autofriedhof

Denkmalgeschützter Wandelgang verfällt. Insolvenzverwalter sucht weiterhin einen Investor.

Maria Tann hat sich im Lauf der Zeit oft gewandelt: von der Dold'schen Spinnerei über das feudale Burghotel, die Klosteranlage der Schulbrüder bis zum Aussiedlerwohnheim und dem stetigen Verfall, seit es die Stiftung Nestwerk 1998 gekauft hatte. Die Nestwerk Stiftung konnte ihre hochtrabenden Pläne, Maria Tann in ein Luxushotel umzubauen, nicht realisieren, verlor das Interesse an der Anlage und ließ es zum Schandfleck verkommen.

Inzwischen hat der Fachanwalt für Insolvenzrecht, Klaus Albert Maier, Stuttgart, in Maria Tann das Sagen. Und Maximilian von Geisberg, der für die Kanzlei zuständig für Maria Tann ist, erklärte gegenüber unserer Zeitung auf den Hinweis, dass die Seitenwand des unter Denkmalschutz stehenden Wandelgangs sich gelöst habe, dann werde er die Wand provisorisch befestigen lassen. Man sei schließlich Insolvenzverwalter und habe nicht die Mittel, den verfallenden Wandelgang zu sanieren.

„Wir versuchen fieberhaft, einen Käufer für Maria Tann zu finden, bisher vergeblich“, erklärte er. Darauf angesprochen, dass sich hinter dem Wandelgang ein halber Autofriedhof befinde, meinte er, das seien einige Fahrzeuge, die ehemalige Mieter zurückgelassen hätten. Er müsse ein halbes Jahr warten, ob sich die Besitzer melden, bevor er die Autos entsorgen könne. Von Geisberg war der Ansicht, es handele sich um wenige Fahrzeuge, über den Einwand, dass es sich um 14 Autos und drei Autoanhänger handele, Batterien und Motorteile würden dort auch gelagert, zeigte er sich sehr erstaunt. Davon wisse er nichts. Ein Bewohner von Maria Tann, der namentlich nicht genannt werden möchte, erklärte, ihm hätten, Personen aus Unterkirnach erzählt, dass sie den Platz hinter dem Wandelgang vom Insolvenzverwalter gemietet hätten, um dort abgemeldete Fahrzeuge abzustellen.

Davon wisse er nichts, erklärte von Geisberg, er habe den Platz nicht für abgemeldete Autos vermietet. Auf Anfrage unserer Zeitung bei Julia Weiss, Pressesprecherin am Landratsamt, ob ein Lagerplatz für Autos an dieser Stelle gestattet sei, wurde das Baurechtsamt aktiv. Ein Baukontrolleur begutachtete am Mittwochnachmittag umgehend die Ansammlung der Fahrzeuge und erklärte: „Das geht gar nicht“. Julia Weiss sagte, dass man sich intern mit dem Abfallwirtschaftsamt zusammensetzen werde, um über geeignete Maßnahmen zur Entfernung des Schandflecks zu beraten. Man müsse feststellen, was hier Schrott und sogar umweltschädlich sei, auf jeden Fall könne diese Ansammlung so nicht bleiben.


Maria Tann

Zurzeit bewohnen 30 bis 40 Mieter das Gebäude in Maria Tann, an dem die Kapelle der Schulbrüder angebaut wurde. Laut Maximilian von Geisberg herrsche hier eine monatliche Fluktuation an Mietern. In die Kapelle ist die russisch-orthodoxe Kirche vor eineinhalb Jahren eingezogen und hat diese auf eigene Kosten ansehnlich hergerichtet und aufgewertet. (hs)
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