Die Kieschtock-Zunft sorgt in der Schlossberghalle mit ihrem Zunftball für heiße Stimmung.
– Bei klirrender Kälte entführte die Kieschtock-Zunft bei ihrem Zunftball in den Dschungel. Die Schlossberghalle war voll mit Gorillas, Giraffen, Zebras, Löwen und Leoparden. Das Programm war bunt und heiß und die Besucher waren in bester Stimmung.
Zunftmeister Karl-Heinz Bähr begrüßte das vierbeinige Volk in der Halle. Roland Dufner mit den vollautomatischen Hosenträgern moderierte tierisch gut. Den Auftakt machte der Nachwuchs mit dem Tanz der Tiere zu „I like to move it“. Da flippte sogar die Giraffe aus. In der Bütt stand ein „Marbentaler“, der die vielen Arbeitskreise im Dorf bemängelte. Im Rathaus gebe es nur eine Rolle gelbe Säcke für das ganze Dorf. Und auch der Unterkirnacher Schilderwald stieg ihm auch sauer auf. Dann schlug er vor, Bürger zu klonen, um die Bevölkerung um die fehlenden 300 Bürger aufzustocken.
Anschließend wirbelten Elefanten tanzend über die Bühne. Ein Jumbo hatte sogar ein rosa Tüllröckchen an. Der absolute Höhepunkt des Programms war der Tanz der „African Mamas“. Die Damen trugen originale afrikanische Kleider. Vor dem Dschungel-Bühnenbild versetzten sie das Publikum mitten in den Urwald, das verlangte nach Zugabe und der Saal tobte.
Zunftmeister Karl-Heinz Bähr versuchte sich als Regisseur: Zwei Jäger auf der Löwenjagd wollte er filmen, doch bei der 500. Klappe hatte er die Szene immer noch nicht im Kasten. Die Jäger, chic in Safari-Kleidung, stolperten über ihre eigenen Füße, hagelten mitsamt der Leiter vom Hochsitz und schossen sich gegenseitig ins Hinterteil. Da merkte man, dass Unterkirnach über wenig eigenen Wald verfügt: Wo hätten sie denn auch üben sollen?
Der Fanfarenzug unter der Leitung von Angelika Fleig blies zum ersten Mal in seiner Geschichte keinen Kieschtock-Marsch, sondern war afrikanisch eingestimmt und spielte den Song „Helele“– und das im Safari-Look. Das Männerballett im Affenkostüm raste im Affenzahn über die Bühne, tanzte, sprang mit keckernden Lauten über die Bretter und war echt gut drauf. Zwei Eingeborene sangen das Lied „Die Affen rasen durch den Wald“ in der Unterkirnacher Variante: „Die ganze Rathausbande singt, wo sind die Bürger hin wo sind sie geblieben, und die Moral von der Geschichte, bescheißt das Land Baden-Württemberg nicht“. Die ganze Rathausbande lasse sich auch sehr viel Zeit mit dem neuen Super-Rathaus. Doch Roland mit den vollautomatischen Hosenträgern wusste Rat: „Verlegt den Knast nach Maria Tann, dann habt Ihr wieder die 300 Leut'.“ Bei so tollen Ratschlägen kam auch bei Bürgermeister Gerold Löffler im Löwenkostüm Freude auf. Vor dem großen Finale schlichen Guerillas über die Bühne, das waren die Zunft-Frauen, die einen rasanten Tanz hinlegten. Und das Dschungel-Volk zeigte sich zufrieden.
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