Tuttlingen Polizei-Initiative angeregt
„Für die Bürger ist entscheidend, dass die Polizei vor Ort schnell und kompetent eingreift und nicht, wo die Verwaltung angesiedelt ist“, so der SPD-Kreisvorsitzende Fritz Buschle. Die 150 Polizeireviere und 360 Polizeiposten im Land bleiben unverändert nach der Reform erhalten. Diese sieht wie berichtet vor, die vier Landespolizei- und 37 Polizeidirektionen und Präsidien zu zwölf regionalen Polizeipräsidien zusammenzulegen. Durch diese Zusammenlegung kann man Reserven von fast 900 Beamten für den Einsatz in der Fläche gewinnen.
Inzwischen hatte sich Fritz Buschle aber noch einmal zu Wort gemeldet und betont, wie wichtig die Nähe zur Polizei im ländlichen Raum sei und dass sich die Kreis-SPD dafür einsetzte, möglichst viele wichtige Dienststellen in Tuttlingen zu erhalten.
Guido Wolf reagierte mit Freude auf das Signal, die angedachte Polizeireform doch noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Wolf: „Das zeigt, dass selbst aus Sicht der SPD manches mit zu heißer Nadel gestrickt wurde.“ Wolf betont, dass auch aus seiner Sicht manche Veränderung in der aktuellen Polizeistruktur angegangen werden sollte. „Wir brauchen überregionale Kompetenzzentren für besondere Zuständigkeiten, die nicht an jeder Direktion vorgehalten werden können. Und wir brauchen mehr Polizeipräsenz in der Fläche. Aber dies ist auch machbar, ohne den Preis der Zerschlagung heutiger Strukturen bezahlen zu müssen.“
Offenbar sei die Tuttlinger SPD kein Einzelfall. Widerstand gegen die Pläne des SPD-Innenministers gebe es dem Vernehmen nach auch in anderen Regionen.
Wolf regt ein gemeinsames Vorgehen über Parteigrenzen hinweg an. „Das gemeinsame Ziel muss es sein, die Polizei im Kreis Tuttlingen zu stärken und ihr Entscheidungskompetenzen zu belassen“, so der CDU-Politiker. „Zahnlose und präsidial ferngesteuerte ‚Krokodile‘ nützen uns nichts“, betonte Wolf abschließend.
