Mein

Wirtschaft Aesculap investiert wie nie

18.10.2011
Zum Thema
Schlagwörter


Der Medizintechnik-Hersteller Aesculap AG (Tuttlingen) plant die größte Einzelinvestition seiner Geschichte. Auf zwei Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 35 000 Quadratmetern wird das Unternehmen ein neues Werk für Motoren und Container sowie Bauten für den Reparaturservice, die Ver- und Entsorgung und die Schmiede errichten.

Allein die Gebäudekosten, ohne Maschinenausstattung, werden mit 60 Millionen Euro veranschlagt. Der Baubeginn soll Anfang 2012 erfolgen. In der zweiten Hälfte 2013 wolle das Unternehmen die Räume beziehen, kündigte Aesculap-Chef Hanns-Peter Knaebel an. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von Tuttlingen seien die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter, die Stabilität des Umfelds und die wirtschaftsfreundlichen Bedingungen der Stadt, sagte Knaebel.

Die Finanzierung der Rekord-Investition fällt Aesculap nicht schwer. Denn: „Aesculap ist erfolgreich. Aesculap geht es gut.“ So fasste Vorstandschef Knaebel die Lage des Unternehmens zusammen. Der Medizintechnik-Hersteller erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von 6 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro und eine überproportionale Verbesserung des Ergebnisses. „Das ist wichtig, weil wir so viel investieren wollen“, sagte Knaebel. Außer in Tuttlingen wird Aesculap auch in Malaysia und Polen namhafte Summen investieren. In Tuttlingen beteiligen sich die Mitarbeiter mit unentgeltlicher Mehrarbeit an der Finanzierung der Projekte. Ein 2010 abgeschlossener Standortsicherungsvertrag garantiert ihnen im Gegenzug sichere Arbeitsplätze. Diese Sicherheit ist nicht selbstverständlich in einem Umfeld, das von ökonomischen und politischen Unsicherheiten geprägt ist.

Wie Knaebel berichtete, spürt Aesculap die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise deutlich. In einer Reihe von Staaten werde an der Verringerung der Gesundheitsausgaben gearbeitet. Auch in Deutschland zeichne sich die Verknappung der Mittel ab. In den Krankenhäusern gebe es nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft bereits einen Investitionsstau von 50 Milliarden Euro. Glücklicherweise verzeichneten die Märkte Asiens, Lateinamerikas und des Nahen Ostens weiterhin Wachstum. „Deutschland ist auf Exporte angewiesen“, sagte Knaebel. Solange die fernen Märkte deutsche Produkte nachfragten, werde die Exportindustrie erfolgreich sein.

Um sich auch in Zukunft auf den Märkten zu behaupten, arbeitet Aesculap an der Stärkung seiner Innovationskraft. So will das Unternehmen in ausgewählten Produktbereichen die Innovationsführerschaft erobern. Dazu zählt Knaebel die 3-D-Laparoskopie. Ein neues System, das Aesculap ab Dezember vermarkten will, ermöglicht dem Chirurgen minimalinvasive Eingriffe, bei denen er das Körperinnere auf einem Monitor in dreidimensionaler Darstellung sehen kann.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln