Allzu desolat und öde stellt sich immer noch so manches Schaufenster dar. Erst jetzt wieder blieben auswärtige Gäste auf dem Weg zum Teufelsumzug fassungslos vor der Vitrine, die durch die dicke Schmutzschicht einen ruinierten weißen Zahnarzt-Behandlungsstuhl zeigt. Schmerzhafter Ausdruck von Trostlosigkeit, auch wenn es der Eigentümer als Kunst definieren sollte. Wenn jetzt Privatleute Mut fassen und Neues wagen, entspricht dies zwar noch lange nicht einem auch nur geringen Ausgleich des bisherigen Ladensterbens. In jedem Fall ist es auch mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Gefragt sind jetzt Bewohner der Stadt, die ein schönes Zeichen setzen können gegen Niedergang, indem sie in den Geschäften einkaufen. Sollte es tatsächlich gelingen, über die Einrichtung eines Stadtsanierungsgebiets Unterstadt Zuschüsse an Land zu ziehen, werden Hauseigentümer auch wieder anfangen, zu renovieren.

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