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Triberg Trauer um Ehrenbürger Friedrich Opitz

19.06.2009


Gestern verbreitete sich in der Stadt die traurige Nachricht: Der frühere Stadtpfarrer und Geistliche Rat Friedrich Opitz verstarb am 17. Juni im Alter von 93 Jahren im Krankenhaus in Bühl. Mit ihm verliert die Stadt Triberg eine ihrer großen Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte.

Triberg – Die Stadt Triberg trauert um ihren verdienten Ehrenbürger und katholischen Seelsorger Friedrich Opitz. Der Geistliche Rat und Chorbischof von Tiruvilla verstarb am 17. Juni im Alter von 93 Jahren. Er lebte zum Schluss bei den Augustiner Chorherren in Maria Linden bei Ottersweier.

Bereits im Jahr 1954 kam Friedrich Opitz als Pfarrverweser nach Triberg, 1959 wurde er Stadtpfarrer der Wasserfallstadt. Er wirkte in Triberg aber nicht nur als Seelsorger. Um den von ihm gewünschten Bau eines Altenheims effektiv betreiben zu können, gründete er gemeinsam mit einigen Getreuen eine Liste „Rathauspartei Junge Aktion“ und holte mit der Höchststimmenzahl einen von zwei Gemeinderatssitzen. Friedrich Opitz ließ die viel zu klein gewordene, im Weinbrenner-Stil (Friedrich Weinbrenner, ein Karlsruher Baumeister) gebaute Kirche abreißen und die neue Stadtkirche bauen, deren Grundsteinlegung im Jahr 1956 erfolgte und die 1958 geweiht werden konnte. Außerdem ließ er 1963 das Pfarrhaus bauen, im gleichen Jahr den Kindergarten „Mariengarten“ und drei Jahre später den Kindergarten St. Anna, wo Anfang an auch ein Jugend- Übernachtungsheim für Jugendliche aus ganz Deutschland eingerichtet war. Zudem ließ er dort eine eigene Kapelle für die Unterstadt bauen, wo regelmäßig Gottesdienste gelesen wurden. Neben diesen Aufgaben setzte er sich vehement für den Erhalt des Schwarzwaldgymnasiums mit Internat ein, das damals von manchen in Frage gestellt wurde. Er leitete die Schule gemeinsam mit seinem evangelischen Amtsbruder (1966).

Dazu kam die Heimschule Maria Tann in Unterkirnach, deren Träger eine neu gegründete GmbH war, deren Vorsitz wiederum Friedrich Opitz innehatte. Ein ganz besonderes Anliegen war ihm aber der Bau eines Altenheims, für das er das „Sozialwerk Schwarzwald“ gründete, das damals nicht weniger als 3000 Mitglieder zählte. So gelang es ihm einen möglichst großen Kapitalstock zu bilden. Erst viel später, im Jahr 1981, konnte hier der erste Spatenstich erfolgen, aber auf Inititative auch von Stadtpfarrer Opitz hatte die Bevölkerung bis zum Jahr 1976 mehr als eine Million Mark für das Haus gespendet. Wie der damalige SÜDKURIER-Chronist berichtete, litt trotz diesen großen Engagements die Liturgie und die geistliche Betreuung von Kranken und Schwachen keinen Augenblick in Triberg. 1976 verzichtete Friedrich Opitz nach 22-jähriger Tätigkeit auf die Clemens-Pfarrei in Triberg, um die Schönstääter Ordensschwestern im Haus „Marienfried“ in Oberkirch als Rektor pastoral zu betreuen.

Schon früh wollte der spätere Geistliche Rat Priester werden. Im schönen Odenwald-Städtchen Eberbach erblickte er am 20. Februar 1916 das Licht der Welt, besuchte das erzbischöftliche Konvikt und Gymnasium in Tauberbischofsheim, studierte nach dem Arbeits-Frondienst der Nazis Theologie in Freiburg und Münster und wurde im Jahr 1940 zum Priester geweiht. Im Krieg war er bei den Gebirgsjägern als Sanitäter. Neben der Theologie galt sein besonderes Interesse der Philosophie und Psychologie. Von 1946 bis 52 war er Studienpräfekt an der Heimschule Lender, wo er unter den 400 von ihm unterrichteten Jugendlichen auch den späteren Erzbischof Oskar Saier unterrichtete. Gleichzeitig war Friedrich Opitz Vikar in Sasbach, nach zwei Jahren Pfarrverweser in Dallau, bis er nach Triberg versetzt wurde.

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