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Triberg/Fréjus Straßenschlachten in Tribergs Partnerstadt La Gabelle

03.11.2009


Triberg/Fréjus (fl) Es sind Szenen, wie man sie bisher nur aus den Vororten von Paris und anderen französischen Großstädten kannte. Mit Schutzschildern und Tränengaskanonen bewaffnet ziehen Polizisten einer Spezialeinheit gegen Krawalle durch die Straßen von La Gabelle, einem Stadtteil von Tribergs Partnerstadt Fréjus. Schon die zweite Nacht infolge waren in der vergangenen Woche jugendliche Randalierer am Werk.

Der Grund für die Ausschreitungen ist der Unfalltod eines jungen Marokkaners. Mohamed El Mathari war nach Angaben der Polizei auf einer nicht zugelassenen Motocross Maschine unterwegs, eine mobile Kontrolle der Polizei wurde auf ihn aufmerksam, als er durch ein Wendemanöver versuchte, einer Kontrolle zu entgehen.

Ein über Funk alarmierter Streifenwagen postierte sich an einem weiteren Kreisverkehr und richtete eine Straßensperre ein. Der 20-jährige Motorradfahrer machte aber keine Anstalten, die Maschine zu stoppen und versuchte, die Straßensperre zu umfahren. Aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle und stürzte, der Jugendliche schlug an einem Baum auf, seine Maschine blieb am Straßenrand liegen. Die sofort alarmierten Rettungskräfte kämpften 20 Minuten vergebens um das Leben des jungen Marokkaners, er erlag seinen schweren Verletzungen.

Wie schon bei den Unruhen 2005, in sozialen Brennpunkten Frankreichs und den Banlieues von Paris, deren Auslöser der tragische Tod von zwei Jugendlichen war, die sich in einem Umspannwerk vor der Polizei verstecken wollten, gibt es auch hier eine zweite Version der Handlung, laut einigen Augenzeugen sollen die Polizisten den Motorradfahrer mit ihrem Auto touchiert haben und infolge der Berührung der beiden Fahrzeuge, soll er die Kontrolle über sein Motorrad verloren haben. In wenigen Minuten sammelten sich an der Unfallstelle dutzende Jugendliche, die wissen wollten, was passiert war. Die Situation war sehr angespannt, da viele von ihnen mit Mohammed befreundet waren. Noch in derselben Nacht brannten Mülleimer und Parkbänke.

Zunächst friedlicher Marsch
Am nächsten Morgen versammelten sich mehr als 500 Angehörige, Freunde und Anwohner zu einem stillen Marsch durch Fréjus, die beiden Brüder, die den Marsch anführten, forderten die unabhängige Aufklärung der Todesumstände, appellierten an die Jugendlichen, ruhig zu bleiben und nicht mit Gewalt zu antworten. In der Nacht, nachdem landesweit über den Vorfall berichtete worden war, kam es trotzdem zu regelrechten Straßenschlachten in „La Gabelle“, dem Vorort aus dem Mohammed stammt. Es brannten wieder Mülleimer, Schaufenster gingen zu Bruch und Polizei-Fahrzeuge wurden mit Molotow-Cocktails beworfen. Mehrere Fahrzeuge gingen in Flammen auf, die Polizei riegelte das Viertel ab, um ein Ausweiten der Krawalle zu verhindern.

Als Folge der Ausschreitungen hat Hugues Parant, Präfekt des Departements Var, den Verkauf von Benzin und Diesel in Kanistern für 48 Stunden verboten. Laut einer Pressemitteilung, wurde von den Medizinern die Todesursache, der Zusammenprall mit dem Baum, bestätigt. In der folgenden Nacht blieb es ruhig in den Straßen von Fréjus, auch die hinzugezogenen Polizeikräfte sind wieder zurückgekehrt in die Polizeikaserne, nur ein Kontingent von 50 Mann bleibt noch in Fréjus.

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