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Triberg Spannende Reisereportage lockt viele Besucher

Der Film „WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ beschreibt die dreijährige Weltreise der Freiburger Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier. Die gelungene Regionalpremiere im vollbesetzten Triberger Kino ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass die Wurzeln Weissers in Schonach liegen.

Raumschaft Triberg – Über eine lange Schlange konnten sich Margarete und Anton Retzbach von den Triberger Kronenlichtspielen am Ostermontag freuen. Es mussten sogar dutzende Besucher wieder nach Hause geschickt werden, weil kein Platz mehr im großen Kinosaal war. Der Grund: Der Film „WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“, den die beiden Freiburger Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier in einer Regionalpremiere im Triberger Kino präsentierten. „Wahnsinn, dass das Kino so voll ist und so viele mitwollen auf unsere Weltreise“, zeigt sich auch Filmemacherin Gwen Weisser überwältigt. Sie kennt die Region, ihre Wurzeln finden sich in Schonach, der Heimat ihres Vaters und auch ihre Großmutter Lioba Weisser lebt noch heute dort. Uraufgeführt wurde die 125 Minuten lange Reisereportage bereits im März in Freiburg. Den Kronenlichstpiele-Betreibern Magarete und Anton Retzbach gelang es nun, nicht nur den bewegenden Dokumentarfilm zu zeigen, sondern auch die beiden Filmemacher und Akteure Weisser und Allgaier.

Von seiner Heimatstadt Freiburg machte sich das Paar vor gut dreieinhalb Jahren auf einen Weg um die Welt. Zu Fuß, per Anhalter, mit Boten und Schiffen oder auf Eseln. Nur fliegen wollten die beiden nicht. „Wir haben einfach den Globus genommen und uns Länder rausgesucht, die wir gerne bereisen würden“, erklärt Patrick Allgaier. Vorgenommen hätten sie sich, so weit nach Osten zu reisen, bis sie irgendwann aus dem Westen wieder nach Hause zurückkehren. Immer in ihrem Gepäck: Eine Spiegelreflexkamera und einen HD-Camcorder. „Der Film war so aber nicht geplant“, ergänzt Allgaier.

Was jedoch herauskam, ist das Produkt einer dreijährigen Weltreise und etlicher Wochen harter Schnittarbeit. Und es kann sich sehen lassen, gibt es doch ein authentisches Bild von einer außergewöhnlichen Reise und einem außergewöhnlichen Paar. Nur ein knappes Jahr kannten sich die beiden, bevor sie beschlossen aufzubrechen. Sie kam vom Abitur, das sie an einer Waldorfschule in Freiburg-St.Georgen abgelegt hatte. Er, neun Jahre älter als Gwen, war freier Kameramann, den es schon immer in die Ferne zog. Lediglich vier Monate planten sie die Reise intensiv. Vom Breisgau ins slowenische Ljubljana ging es per Autostop. Weiter über Belgrad, Bukarest, Kiew bis Moskau, immer weiter gen Osten wurde getrampt. Tatarstan, Südural, Tadschikistan lieferten wunderbare Landschaftsaufnahmen. Gespräche mit den freundlichen Menschen, die Allgaier und Weisser in ihren Autos und Lastwagen mitnahmen, eröffneten neue Horizonte, professionell eingefangen mit einer kleinen Kamera. „Wir wollen sehen, wie man da draußen lebt“, hieß es daher auch gleich am Anfang des Filmes. Georgien erlebten sie als einen der traumhaftesten Orte.

Im sibirischen Irkutsk eine große Überraschung: Gwen ist schwanger. Durch das vermeintlich gefährliche Pakistan mussten die beiden ziehen. „Wir waren ängstlich und neugierig zugleich. Die Nachrichten zuhause beschränken Pakistan auf Terror und Gewalt“, heißt es in dem Film, in den sowohl natürliche Dialoge als auch eingefügte Textpassagen der beiden Weltenbummler einfließen. Indien erlebten sie nach zehn Monaten „bunt, schnell, magisch, laut, hässlich“. Peking, Seoul, Tokio, Nordamerika. In der neuen Welt legten sich die beiden ihren VW-Bus Carlos zu und erlebten das wohl größte Abenteuer der Reise: Die Geburt ihres Sohnes Bruno in Mexiko, mit dem sie gegen Ende der drei Jahre nach Barcelona überschifften und von Spanien zurück in die Heimat wanderten. Fünf Euro am Tag wollten die beiden nur ausgeben und schafften es auch fast. Die schlimmste Krankheit war ein Armbruch bei Gwen.

Den Film bezeichnet Patrick Allgaier als „super wichtigen Prozess“ zur Verarbeitung einer Reise, die zum Alltag wurde und bei der das Paar lernte, dass es sich lohnt zu vertrauen. Nach der Vorführungen beantworteten die Weltenbummler noch Fragen vieler begeisterter Kinobesucher. Magarete und Anton Retzbach von den Kronenlichtspielen Triberg werden den Film „WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ aufgrund der großen Resonanz nochmals am Donnerstag, 20. April (20 Uhr), Freitag, 21. April (20.15 Uhr), Sonntag, 23. April (10.30 und 17.45 Uhr) sowie am Mittwoch, 26. April (20 Uhr), zeigen. Auch im Kino Rio/Scala in Haslach läuft die Dokumentation über die außergewöhnliche Weltreise von Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier ab Donnerstag täglich ab 20 Uhr.

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