Triberg Region verliert einen ihrer berühmtesten Künstler
Klaus Ringwald mit dem Ebenbild seiner Mutter. Bild: Bild: Rita bolkart
Nach schwerer Erkrankung verschied der weit über die Region und Republik hinaus bekannte Schonacher am gestrigen Dienstag im 73. Lebensjahr. Klaus Ringwald hat sich national und international als Bildhauer einen Namen gemacht. Sein Werk umfasst viele Plastiken im kirchlichen und öffentlichen Raum. So die große Christus-Figur am Pilgrims Gate der Canterbury Cathedral, die Chorräume der Kirchen in Singen und Staufen oder den Chorraum der Mannheimer Jesuitenkirche.
In der Region bekannt ist Klaus Ringwald vor allem für die Gestaltung der Türen am Villinger Münster oder des dortigen Brunnens. Klaus Ringwald schuf Plastiken berühmter Persönlichkeiten. So die des früheren Erzbischofs von Köln, Joseph Kardinal Höffner, die des ehemaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth oder auch das Bronzeportrait des berühmten Nachkriegspolitikers Carlo Schmid, einer der Väter des Deutschen Grundgesetzes. Zwei Wochen lang war dieser brillante Denker, Ausnahmepolitiker und Frankreichkenner dem Schonacher Künstler für eine Plastik während eines Provence-Urlaubs zur Verfügung gestanden. In vielen Gesprächen entwickelte sich eine tiefe Freundschaft der beiden eigenwilligen Persönlichkeiten.
Carlo Schmid charakterisierte die Kunstwerke Professor Klaus Ringwalds in einem Brief mit folgenden Worten: „Das ist das Erstaunlichste an diesen, deinen Sachen, dass sie nicht modischem Denken, modischem Erregt- und Bewegtsein entsprungen sind, dass sie ganz und gar Tradition sind und ganz und gar persönliche Gegenwart deiner Selbst“. Die von Klaus Ringwald geschaffene Büste Carlo Schmids ist in der Deutschen Botschaft in Paris, im Palais Beauharnais, zu bewundern.
Ein weiteres der Ringwaldschen Hauptwerke steht auf dem Durlacher Marktplatz. Dort ergänzte der Schonacher Bildhauer den vorhandenen neogotischen Röhrenbrunnen, dem seit den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Aufsatz fehlte, und zwar um die geniale Schöpfung eines „Lebensbrunnens“, der nach Einschätzung von Kunstkritikern völlig neue Akzente setzt.
Klaus Ringwald wurde kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, am 6. August 1939, in Schonach geboren. 1945 wurde er eingeschult und verbrachte von der fünften bis zur neunten Klasse in der „Hirtenschule“ Nachmittagsunterricht, damit er morgens Kühe hüten konnte. Schon damals erkannte Werklehrer Beitlich das übergroße Talent. In Triberg begann Klaus Ringwald eine Lehre als Schnitzer, die er – noch nicht 17 Jahre alt – als Geselle abschloss. Im Alter von 21 kam er zur Kunstschule Wolkenstein im Grödnertal und dann nach München in die Ausbildung von Professer Klaus Baur, bis er in Nürnberg bei Professor Hans Wimmer Meisterschüler wurde. Eine von Klaus Ringwalds ganz besonderen Stärken lag „in der einfühlsamen Einfügung in einen vorgegeben baugeschichtlichen Bestand“, also ohne ihn zu beherrschen, aber auch „ohne sich von ihm beherrschen zu lassen“, wie Kunstkritiker Johannes Werner weiter formuliert.
"Von des Turmes ...
Klaus Ringwald schuf auch mit dem Schwarzwaldpokal, die wohl ...