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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Triberg Olympia-Aus für Ringer: Triberg ist entsetzt

Triberg -  Die Ringerstadt Triberg ist entsetzt. Die Exekutive des olympischen Komitees hat entschieden, dass bei den olympischen Spielen 2020 die Sportart Ringen komplett aus dem Programm gestrichen wird (wir berichteten). Für eingefleischte Ringerfans gleicht dieser Schritt einem Schlag ins Gesicht. Mikail Ayaz ist einer dieser Fans.

Solche Szenen soll es ab 2020 bei Olympia nicht mehr geben, wenn es nach dem Willen des Internationalen Olympischen Komitees geht. Triberger Ringer und Fans sind entsetzt.  Bild: adam

Tobias Rösch

Mikail Ayaz

Jan Rotter



Er ist bei jedem Heimkampf der Triberger Ringer dabei und fiebert mit, wenn die Kämpfe auf der Matte ausgefochten werden. „Ich finde es sehr schlecht, dass man diese tolle Sportart aus dem Programm bei Olympia genommen hat“, so Ayaz. Seiner Meinung nach sei die Argumentation, die zum Ausschluss der Sportart geführt habe, nicht wirklich nachvollziehbar.

„Ringen ist nicht unpopulär. Insbesondere in den östlichen Staaten hat Ringen einen sehr hohen Stellenwert. Doch schon bei Olympia im vergangenen Jahr waren die Übertragungen im Fernsehen sehr eingeschränkt. Hier hätten sich viele von uns Live-Übertragungen gewünscht.“ Für Triberg sieht er die Gefahr, dass die guten Ringer nicht mehr an den Olympiastützpunkten gefördert werden.

Den einzig positiven Effekt kann sich Mikail Ayaz darin vorstellen, dass die Bundesliga wieder mehr mit deutschen Ringern ausgestattet werden könnte. „Wenn das Ringen durch den Wegfall bei Olympia in den Oststaaten an Bedeutung verliert, könnten wieder mehr deutsche Nachwuchsringer ihre Chance bekommen, bei uns in der Bundesliga mitzuringen“, so Mikail Ayaz.

Tobias Rösch aus Schönwald findet es schade, dass eine Sportart, die seit der Antike fester Bestandteil der olympischen Spiele war, nun aus dem Programm genommen wird. „Ich verstehe nicht, warum neu aufkommende Randsportarten ein höheres Gewicht bekommen, als solch traditionsbehaftete Sportarten.“ Er hofft jedoch, dass sich diese Entscheidung nicht auf den Ringersport im Allgemeinen auswirkt.

„Die Jugendarbeit des Triberger SV ist derart erfolgreich und gut, dass hier sicherlich noch viele gute Ringer hervorgebracht werden.“ Er ist sich sicher, dass durch eine weitere breit gefächerte Jugendarbeit in allen Vereinen irgendwann auch der IOC dies einsieht.

Jan Rotter, aktiver Ringer in der Triberger Bundesligamannschaft, zeigt sich bestürzt. „Insbesondere für uns junge Ringer platzt mit solch einer Nachricht ein großer Traum. Denn jeder Sportler träumt einmal davon, bei Olympia an den Start zu gehen.“ Olympia sei vor allem für die Randsportarten das Höchste. Welt- und Europameisterschaften fielen besonders im Ringen bei weitem nicht so sehr ins Gewicht. Im Verein werde das Thema sehr intensiv diskutiert. Wie Rotter hoffen viele, dass die IOC-Vollversammlung, die diese Entscheidung noch bestätigen muss, dem Ausschluss des Ringens nicht zustimmen wird. „Ringen ist sogar in der olympischen Hymne enthalten und als eine der Sportarten, die seit Beginn der Spiele fester Bestandteil von Olympia ist, eigentlich nicht wegzudenken“, so der Sportler.

Insbesondere auch von Funktionärsseite wird dieser Plan als Katastrophe angesehen. „Wenn all die Unterstützung wegfällt, die den Vereinen beispielsweise durch den Olympiastützpunkt in Freiburg widerfährt, dann wäre das eine Katastrophe“, so Mike Pfaff, Vorsitzender des SV Triberg. Der SV hat viele junge Sportler, die in Freiburg trainieren und die durchaus auch Ambitionen auf das ganz große Ziel, nämlich Olympia, haben. „So mancher Sportler habe in der zurückliegenden Woche die Frage gestellt, wofür er denn fünf Mal die Woche trainiere.

Doch auch Mike Pfaff hat noch Hoffnung. „Die Ringerfamilie über die Ländern hinweg steht mehr denn je zusammen. Es stimmt mich zuversichtlich, wenn ich sehe, wie viele weltweit gegen diese Entscheidung Protest einlegen“, so Pfaff. Das letzte Wort ist auf jeden Fall noch nicht gesprochen.

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