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Triberg Infoabend macht Eltern Mut

13.02.2012


Klaus Idler vom PTE in Villingen bietet Training im Familientreff „KU- GUCK“ an.

„Ich kann die Erziehungstipps, was wir alles falsch gemacht haben, nicht mehr hören“, sagt ein Vater genervt. Dabei gibt er zu, dass auch er sich schon öfters gefragt habe, ob es vielleicht an der Erziehung liegen könnte, dass sein Kind so anders ist als die anderen.

Die anderen Eltern in der Runde nicken erleichtert. Sie sind Teilnehmer eines Infoamationsabends im Familientreff. „Genau! Man muss sich anhören, man sei nicht fähig, das Kind zu erziehen. Oder mein Kind sei nur zu faul zum lernen“, sprudelt es aus einer Mutter heraus. Dabei haben es die Eltern schon schwer genug. Denn bei ihren Kindern ist eine Aufmerksamkeitsdefizit Hyperaktivitätsstörung, kurz ADHS fest gestellt worden. Nicht nur die Eltern, auch die Kinder leiden sehr darunter. Die Merkmale von ADHS- Betroffenen sind unterschiedlich stark ausgeprägt.

„Viele der Kinder sind hochintelligent und überaus kreativ, oder sehr impulsiv und ganz schnell aus der Fassung zu bringen. Das ist von Kind zu Kind aber sehr verschieden, “ erklärt Klaus Idler von der pädagogisch therapeutischen Einrichtung (PTE) in Villingen. Im Triberger Familientreff „Ku-Guck“ bietet Idler ein ADHS Elterntraining an um die Eltern betroffener Kinder bei der Erziehung und Begleitung durchs Leben im Alltag zu unterstützen. Das Training umfasst insgesamt sechs Termine, die aufeinander aufbauen. Die erste Trainingsstunde ist im Triberger Familientreff „Ku-Guck“ am Mittwoch, 7. März um 19 Uhr. Wer den Informationsabend verpasst hat, hat immer noch die Möglichkeit, sich im Familientreff (Telefon 0 77 22/86 98 40) anzumelden.

„Eltern von ADHS betroffenen Kindern brauchen wirklich starke Nerven und oft viel mehr Geduld“, so Idler. Er erklärt, dass es keine Patentlösung gibt, aber betont auch, dass man ganz leicht die Stärken dieser Kinder über all den Sorgen vergisst. In Zusammenarbeit mit den Eltern sollen gerade diese Stärken gefördert werden und somit auch das Selbstvertrauen der Kinder wieder zunehmen. In dem ausgearbeiteten Trainingskonzept werden zunächst die Situationen in den Familien erfasst. In den darauf folgenden Sitzungen werden den Eltern neue Sichtweisen und Verhaltensänderungen beim Umgang in schwierigen Situationen gezeigt. „Wir freuen uns, dass so ein Kurs in Triberg angeboten wird, denn wir haben schon viele Sachen probiert, aber bisher war nichts dabei, was uns und vor allem unserem Kind weiter geholfen hat. Und das ist ja das Wichtigste,“ sagt ein Vater. Nach dem Infoabend tauschten sich die Teilnehmer noch angeregt aus und betonten, wie froh sie sind, nicht die Einzigen mit diesem Problem zu sein.

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