Triberg
Hinterseh: Männerparkplatz 100.000 Euro wert
Triberg -
Das Thema Männerparkplatz ist auch in Triberg immer noch Thema, an dem sich die Gemüter reiben. In der Gemeinderatssitzung sprach Lothar Hoch für die christdemokratische Fraktion dem Bürgermeister ein dickes Lob für diesen Werbeschachzug aus. „Das war eine Lehrstunde in Sachen Marketing. Triberg war und ist in aller Munde. Das war spitze.“
Ein Fahrzeug steht am Freitag (06.07.2012) im Parkhaus in Triberg im Schwarzwald vor einem Männerparkplatz. Der Parkplatz kann nur rückwärts befahren werden.
Bild: dpa
Anderer Meinung ist Ratsmitglied Ute Meier. Sie empfindet es als „der Knaller, dass auf Kosten von verletzten, misshandelten und getöteten Menschen solche Witze gemacht werden.“ Sie erinnerte daran, dass Frauenparkplätze nicht aus Gaudi ins Leben gerufen wurden, sondern, weil es gerade in Parkhäusern immer wieder Übergriffe auf Frauen gab und gibt. „Ich finde es nicht lustig“ sagte Ute Meier.
Bürgermeister Gallus Strobel sieht die Sache gelassen. „Ich habe mit humorlosen Reaktionen gerechnet und das ist ein gutes Beispiel“, meinte er. Er freue sich jedenfalls über die überwiegend positive Resonanz, die das Thema Männerparkplatz in der ganzen Welt ausgelöst habe. Man solle die ganze Sache mit einer Portion Humor nehmen.
Der neue Landrat Sven Hinterseh habe im Gespräch geäußert, die weltweite Publicity für Triberg sei auf Dauer über hunderttausende Euro wert, sagte Gallus Strobel dem SÜDKURIER.
Video: Frauen testen den Männerparkplatz
SÜDKURIER-Leser diskutieren
Der erste eigens ausgewiesene Männer-Parkplatz, eine Innovation des Triberger Bürgermeisters Gallus Strobel, sorgt für Aufsehen. Die Idee erntet Beifall und Ablehnung, wobei die Trennlinie nicht zwischen Männlein und Weiblein verläuft. Im Folgenden einige Kommentare aus dem SÜDKURIER-Online-Auftritt.
Das sagen die SÜDKURIER-Leser
Hans-Dieter Lang: Diese Diskriminierung der Frauen ist ja wohl nicht zu übertreffen und zeigt ein weiteres Mal das wahre Gesicht ähnlich dem bekannten Satz: Frauen gehören an den Herd. Da bleibt mir die Spucke weg.
Axel Roland: Ich bin zwar auch kein Freund von ewig-zickigen Feministinnen, die bei jeder möglichen und unmöglichen Situation eine Ungerechtigkeit erkennen wollen, aber das finde ich auch daneben: Durch die Kennzeichnung eines schwer zu benutzenden Parkplatzes als Männerparkplatz impliziert man automatisch, Frauen wären weniger fähig, den zu benutzen. Das ist natürlich Schwachsinn. Selbst wenn es eine statistische Häufung geben sollte (was ich nicht glaube), wer auf diesem Parkplatz eine Delle ins Auto fährt, dann wäre das immer noch jede(m/r) Fahrzeughalter/in selbst überlassen.
Marissa Aachen: Manchen kann man's einfach nicht recht machen. Freut euch doch lieber, dass diese Männerparkplätze auf den schlecht zugänglichen Plätzen sind und nicht auf den anderen. Wer sich hierdurch diskriminiert fühlt, hat definitiv kein Leben. Als wäre das sooooo ernst gemeint. Meiner Meinung nach ein netter Gag, nicht mehr und nicht weniger. Sucht euch Hobbys, statt euch hier unter jedem Artikel über irgendwas auszulassen, nur weil's schlecht im Bett läuft.
Julia Kossow: Das ist doch einfach nur witzig und Gleichberechtigung. Wenn es Frauenparkplätze gibt, dann stehen den Männern doch auch welche zu. Grabt euren Humor wieder aus, nehmt das nicht so schwer. Wenn ein Männerparkplatz impliziert, dass Frauen weniger gut einparken – was ich in meinem Fall unterschreiben würde – unterstreichen Frauenparkplätze doch nur die Schwachheit der Frau, die Unfähigkeit, weitere Wege zurückzulegen und öfter den Einkauf zu erledigen als ein Mann...
Klaus Hailer: Kann es denn sein, dass es im 21. Jahrhundert noch Architekten gibt, welchen eine solch miese Planung mit Erfolg gelingt? Dass „die“ Frauen besser einparken können, als ihnen nachgesagt wird, ist unbestritten. Frauenparkplätze gibt es, damit sich Frauen in Parkhäusern sicherer fühlen sollen und nicht wegen ihres Parkverhaltens! Gibt es eigentlich für Parkhäuser schon „Gleichstellungsbeauftragte“?
Thomas Weisser: (…) Brauch bei mir in der Straße nur so einige „echte Männer“ anschauen, wie unfähig sie sind, ihr Auto einzuparken, ohne drei Parkplätze gleichzeitig zu belegen. Außerdem frage ich mich schon, warum man bei einem nagelneuen Parkhaus überhaupt solch' bescheuerte Parkplätze einbaut? Aus einer offensichtlichen Fehlplanung werden hier noch „Deutschlands erste Männerparkplätze“ gemacht...
Kathrin Albiez (über Facebook): Ich lach mich schlapp....für wen der Parkplatz zu eng ist, egal ob für Mann oder Frau, das kann doch jeder selbst entscheiden
Axel Hübner (über Facebook): Endlich, ich bin auch für Gleichberechtigung :-)
Daniela Brlic (über Facebook): ...am ende stehen da eh frauen auf diesen parkplätzen...
Jan Schultz (über Facebook): Der Werbegag ist gelungen. Reutlingen hat die engste Gasse der Welt und Triberg nun den ersten Männerparkplatz. Alle, die sich hier aufregen, sollen doch zum Lachen in den Keller gehen. Ich finde das jedenfalls sympathisch und sehe da keinerlei geschlechtliche Anspielung. Oder bekommen Frauen Strafzettel, wenn sie dort parken?
Und was meinen Sie? Stimmen Sie ab oder sagen Sie uns Ihre Meinung und kommentieren Sie mit am Ende dieses Artikels.
Stimmen Sie ab:
Ted wird geladen, bitte warten...
Nach dem Männer- jetzt der Facebook-Parkplatz
In Triberg müssen sich alle männlichen Einwohner zwei Parkplätze teilen. Nun gibt es in Bad Dürrheim genau einen Parkplatz für rund 900 Million Menschen. Alle Infos gibt's hier.