Genauso habe Bürgermeister Gallus Strobel bereits bei der Ansiedlung von Lidl argumentiert. Den „Erfolg“ – wie sie ironisch formuliert – habe man deutlich gesehen. Nicht ein einziger Kunde mehr habe nach ihrer festen Überzeugung wegen Lidl den Weg in ein Geschäft der Unterstadt genommen. Auch Blumenhändlerin Christa Greguletz-Moser ist empört: „Die Hauptstraße so niederzureden, ist einfach hanebüchen“. Es habe sehr wohl Möglichkeiten gegeben, der negativen Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Zum Beispiel die Fortführung des Boulevard: „Und zwar nicht nach oben, sondern nach unten“ betont sie. Die Gründe, weshalb der zuerst Richtung Schwarzwaldmuseum weiter geplant wird, wo doch die Unterstadt erkennbar „in den letzten Zügen“ liege, wollen ihr partout nicht einleuchten. Der Gemeinderat habe hier ihrer Meinung nach klarer und eindeutiger Position beziehen müssen, meint Christa Greguletz-Moser, die früher selbst 20 Jahre lang als SPD-Rätin dem Stadtparlament angehört hat.
Bei solch einer wichtigen Frage wie dem Schicksal der Geschäfte in der Unterstadt gehöre es sich ganz einfach, dass Bürgermeister und Räte auf die Bürger zukommen und diese nicht in die Ecke von Bittstellern stellen, die versäumt hätten, ihre Interessen wahrzunehmen. Ein Argument, das auch für die Inhaberin der Buchhandlung Schönenenberger, Madlen Schlak-Schäfer, absolut stichhaltig ist. Die Kritik an der Anonymität der Unterschriftenliste mit weit über 30 von der Ansiedlung eines Edeka-Marktes betroffenen Anliegern geht ihrer Meinung nach ins Leere: Man habe zuerst eine Versammlung geplant, bei der Bürgermeister Strobel habe nicht teilnehmen wollen. Was allein zählt, sei die Tatsache, dass fast alle Betroffenen ihre negative Meinung geäußert haben. Martin Klausmann ist bitter enttäuscht, dass die Einwände der Einzelhändler der Unterstadt nun „einfach unter den Tisch gekehrt“ werden sollen. Er erinnert daran, dass „bereits vor zwei Jahren in der Zeitung stand, dem Gemeinderat sei die Unterstadtsanierung wichtig“. Klausmann sieht seine Metzgerei ebenso betroffen, wie fast alle noch in der Nähe existierenden Geschäfte. Was zu kurz komme in der ganzen Diskussion sei das geänderte Kaufverhalten. Schon wegen der besseren Parkmöglichkeiten würden dann eben „zum Beispiel 500 Gramm Hackfleisch“ im Vollsortimenter gleich mitgekauft. Trotz der negativen Bemerkungen will er sein Geschäft mit viel Einsatz weiterführen. So wird bei ihm zum Beispiel Mittagskost angeboten: Die untere Hauptstraße „darf nicht einfach aufgegeben werden“, mahnt er.

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