Triberg Hässliche Schaufenster ruinieren Image
Die untere Hauptstraße präsentiert sich Tausenden von Besuchern alles andere als gefällig. Hässlich zugeklebte Schaufensterfassaden könnten durch Kunst aufgewertet werden. Bild: Bild: Friedrich Lutz
Der zwei Jahre alte, große Brandfleck in der Wohnung des Obergeschosses gehört damit der Vergangenheit an. Und dennoch beklagen immer wieder Einheimische und Urlauber das denkbar schlechte Bild, das teilweise schon seit Jahren leerstehende Geschäfte für Triberg in der unteren Hauptstraße abgeben.
„Wenn die Läden schon leer stehen müssen, warum kann man dann nicht wenigstens die Schaufenster ansprechend dekorieren?“, fragte kürzlich ein SÜDKURIER- Leser und verwies auf das Beispiel anderer Städte, in denen derlei Aktionen seinen Informationen nach ausgesprochen gut ankommen.
Tatsächlich ist das Ladensterben kein allein auf Triberg beschränktes Phänomen, Einkaufszentren vor den Toren selbst kleinerer Städte und der Einzug des – wenn auch nur angeblich so günstigen – Interneterwerbs erdrosseln republikweit das Einkaufsleben in den Ortschaften selbst.
Bedrohlicher als anderswo ist die Lage aber in einer typischen Touristenstadt wie Triberg. Wo jeden Sommertag Tausende von Besuchern sich an hässlichen Schaufensterscheiben vorbei hinauf zum Wasserfall bewegen, kostet ein trostloses Stadtbild mehr als nur gutes Ansehen. Im Zweifel bleibt der schlechte Eindruck bei den in Bussen oder Autos vorbeifahrenden Touristen lebenslang hängen. Ein Problem, das vor einigen Monaten bereits die Triberger Gemeinderäte beschäftigt hat. Ob es nicht möglich sei, die gähnend leeren und manchmal sogar ausgesprochen hässlichen Schaufenster wenigstens irgendwie zu dekorieren, wurde der Bürgermeister gefragt. Ein Gedanke, den Gallus Strobel schnell aufgriff.
Er verwies auf die vor Jahren vom einheimischen Künstler Werner Oppelt durch die Stadt gekaufte Exponate-Sammlung. Hier seien zahlreiche kleine Schätze verborgen, mit denen man die betreffendnen Schaufenster durchaus ansprechend dekorieren könne. „Spätestens jetzt erweist sich, dass es doch gut war, die Sammlung zu kaufen“ sagte der Bürgermeister.
Gefragt, was sich seither konkret bei den leerstehenden Vitrinen getan habe, winkt Bürgermeister Gallus Strobel ab. Im unmittelbaren Anschluss an die damalige Gemeinderatssitzung habe es Gespräche mit den Besitzern der betreffenden Gebäude gegeben. „Nicht ein einziger will seine leeren Schaufenster schmücken lassen“ berichtet das Stadtoberhaupt.
