Triberg - 30 Jahre lang hatte er fleißig gearbeitet, lebte mit Frau und fünf Kindern in der Raumschaft Triberg und führte ein unbescholtenes Leben. Dann erlitt er einen Hirnschlag, wurde operiert und wachte mit einer organischen Persönlichkeitsstörung aus der Narkose auf.
Gestern saß der Früh-rentner vor dem Strafrichter am Amts-gericht Villingen-Schwenningen, weil er einem neun Jahre alten Jungen an einer Bushaltestelle zwei Mal in den Schritt gegriffen hat.
Nach sorgfältiger Abwägung verurteilte ihn das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Sachverständige ging davon aus, dass der Tat des Angeklagten nicht nur keine schlimmeren, sondern überhaupt keine mehr folgen.