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Triberg 40. Batzewecke-Orden für Neukircher Dachdecker

Bernhard Braun steigt Schonachern öfters aufs Dach. Furtwanger U(h)rwurst-Orden als Gastgeschenk

In der legendären Herrensitzung im Gasthaus Schwanen steuerte die Schonacher Fasnet einem weiteren Höhepunkt zu: der Verleihung des Batzewecke-Ordens für den Schonachfreundlichsten Ausländer.

In diesem Jahr wurde bei Schwartenmagenessen und Leberle dem 48-jährigen Bernhard Braun aus Neukirch die hohe Ehre zuteil, zum 40. Träger des „weltberühmten“ Ordens gekürt zu werden.

Die Ouvertüre zu diesem berühmt-berüchtigten Spektakel fand schon um 10 Uhr im Hotel Rebstock statt, wo sich die Schonacher Geißenmeckererzunft einfand, um den Ordensträger in spe feuchtfröhlich zu begrüßen. Nach dem Vorglühen setzte sich der kleine Umzug, angeführt von der Schonacher Kurkapelle, in Bewegung, um den 100 Meter entfernten City-Markt anzusteuern.

Dort angekommen, wurden die Narren mit fast noch warmen Batzewecke und mit Flüssigem verwöhnt. Witterungsbedingt musste diese Armenspeisung in das Geschäft verlagert werden. Anschließend steuerte der närrische Zug auf direktem Weg den Schwanen an.

Der Erste Zunftmeister Martin DT Schmidt, der die Veranstaltung souverän moderierte, begrüßte die Ehrengäste, darunter die Bürgermeister Jörg Frey aus Schonach und Tribergs ersten Mann Gallus Strobel sowie Ortsvorsteher Reinhard Storz aus Gremmelsbach. Natürlich galt ein besonderes Willkommen den Ordensträgern, von denen zwei Jubiläum hatten. Reinhard Storz trägt die höchste Schonacher Auszeichnung zehn Jahre auf seiner Brust und der Triberger Bernhard Scherer wurde für närrische elf Jahre geehrt. Der am weitesten angereiste Ordensträger war Josef Sauter aus Biberach an der Riß. Gratulationswünsche gingen auch an den dienstältesten Narrenrat Bruno Schmidt, der seinen 69. Geburtstag feierte.

Nachdem die ersten derben, frauenfeindlichen Witze die Runde gemacht hatten, nahm DT die Ernennung des neuen Würdenträgers vor. Er pries die Vorzüge von Braun in hellen Zügen und wies darauf hin, dass der neue Ordensträger bereits in Schonach als Bäcker gearbeitet habe, um dann Karriere als Dachdeckermeister, Firmenmitinhaber und Dozent an der Dachdeckerschule in Singen zu machen.

„Wir haben die richtige Wahl getroffen. Die Verbundenheit zu Schonach steht außer Zweifel, denn Bernhard hat uns schon oft unter die Arme gegriffen. So schickte er uns zur Einweihung des Narrenbrunnens seinen Kran und hat das Dach des Geißenstalls repariert“, schwärmte Schmidt in höchsten Tönen.

Der Ernannte nahm die Auszeichnung äußerst selbstbewusst entgegen und ließ keinen Zweifel aufkommen, dass er die richtige Person sei, und auch vom richtigen Ort komme. In einem kurzen Gedicht brachte Braun alles auf einen Nenner. „Ich war auch schon beruflich in Schonach und habe hier manchen Dachschaden repariert“, so der Tenor seiner poetischen Ausführungen.

Braun hatte ein außergewöhnliches Gastgeschenk im Gepäck, nämlich eine Original Furtwanger U(h)rwurst, von deren er drei übergroße Exemplare an die Gesalbten überreichte. Diese durften sich Bürgermeister Jörg Frey, Ozumei Jonny Kienzler und Martin Schmidt um den Hals hängen. Die Normalausführung verteilte Braun großzügig an die Versammelten.

Die musikalische Begleitung übernahm die Kurkapelle. Die nimmermüden Klangkünstler heizten die Stimmung immer wieder an. DT dankte den Musikanten beiderlei Geschlechts für deren großartige Unterstützung, obwohl es ihm „nicht wohl in seiner Haut war, denn er musste bei der Herrensitzung in der Nähe eines weiblichen Wesens agieren.“

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