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Titisee-Neustadt Erschlagener Alessio (3): Bereits 2014 Prügelvorwürfe gegen Ziehvater

Der 32-jährige Landwirt aus der Region Lenzkirch, der im Verdacht steht, den dreijährigen Sohn Alessio seiner Lebensgefährtin erschlagen zu haben, ist wohl kein unbeschriebenes Blatt: Bereits im vergangenen Jahr wurde gegen ihn wegen Misshandlung Schutzbefohlener ermittelt, allerdings wurde das Verfahren eingestellt.

Nach dem gewaltsamen Tod des dreijährigen Alessio, der am Freitag vom Lebensgefährten seiner Mutter leblos in eine Kinderarztpraxis nach Titisee-Neustadt gebracht wurde, haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

„Die Ermittlungsgruppe besteht aus 15 erfahrenen Kriminalbeamten und Kriminaltechnikern“, informierte Freiburgs Polizeisprecher Dirk Klose auf Anfrage. Sie untersuchen das Anwesen, wo sich der tragische Fall abgespielt haben könnte, nach verwertbaren Spuren, befragen Freunde, Nachbarn und Familienangehörige des mutmaßlichen Täters und seiner 24-jährigen Lebensgefährtin, der Mutter des Jungen.

„Nach wie vor macht der Tatverdächtige keine Angaben zum Motiv“, erklärte Klose. Bekanntlich hatte der Mann jedoch ein Teilgeständnis abgelegt und zugegeben, dass er den Jungen geschlagen habe. Der Mann bleibe jedoch bei seiner Darstellung, dass das Kind eine Treppe hinunter gestürzt sei.

Bereits 2014 Ermittlungsverfahren wegen Misshandlung Schutzbefohlener

Der 32-Jährige scheint nicht zum ersten Mal mit Vorwürfen der Kindesmisshandlung konfrontiert zu sein: „Es gab im vergangenen Jahr bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Misshandlung Schutzbefohlener gegen den Mann“, erinnerte Polizeisprecher Klose. Auch damals wurde ihm vorgeworfen, den Sohn seiner Lebensgefährtin geprügelt zu haben.

Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Michael Mächtel von der Staatsanwaltschaft Freiburg habe dem Mann damals nicht nachgewiesen werden können, dass er das Kleinkind geschlagen habe. „Wir haben im Juli 2014 Hinweise von außen erhalten, wonach es zu Misshandlungen gekommen sein soll und ein entsprechendes Ermittlungsverfahren eingeleitet“, erklärte Mächtel.

Ermittlungen wurden im Oktober eingestellt

Es habe sich jedoch kein hinreichender Tatverdacht ergeben, zumal der Beschuldigte und die Mutter die Vorwürfe zurückgewiesen hätten. So seien die Ermittlungen gegen den Hochschwarzwälder im Oktober eingestellt worden.

Wie in derartigen Fällen üblich, habe die Staatsanwaltschaft das zuständige Jugendamt über den Fall informiert.

Der Mann, gegen den wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt wird, befindet sich weiter in Untersuchungshaft.

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