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23.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Tennenbronn Mühlen-Tradition wird Schritt für Schritt fassbar gemacht

Tennenbronn -  Am Pfingstmontag wird Leben in die Wiesenbauernmühle kommen, denn beim 19. deutschen Mühlentag ist auch die einzige, voll funktionstüchtige Mühle in Tennenbronn geöffnet. Schwarzwald-Guide Martin Grießhaber wird die Besucher um 11 Uhr und um 17 Uhr durch das Schmuckstück führen.

Der Kleiespucker grinst allen Besuchern direkt beim Betreten der Mühle ins Gesicht. Martin Grießhaber wird am Pfingstmontag auch zu seiner Funktion einiges zu sagen haben.  Bild: Bolkart

Schwarzwald-Guide Martin Grießhaber und Ortsvorsteher Klaus Köser präsentieren die Wiesenbauernmühle im Kurdobel. Sie ist am 28. Mai beim deutschen Mühlentag geöffnet und wird auch in Betrieb genommen.



Dabei soll das alte Mühlenrad geflutet und Getreide gemahlen werden.

Mit der Idee, mit der Wiesenbauernmühle am Mühlentag aktiv teilzunehmen, stieß Martin Grießhaber bei Ortsvorsteher Klaus Köser auf großes Interesse und Begeisterung. „Technisch mussten wir gar nicht viel machen“, bestätigte Klaus Köser. Der Bauhof sorgte dafür, dass die Wasserzuleitung wieder funktioniert, Getriebe und Mahlwerk der Mühle sind nach wie vor völlig funktionstüchtig. Dass die alte Mühle in einem so guten Zustand ist, verdankt sie ihrem langjährigen Hobby-Müller Johannes Bayerlein. Sie stand die letzten vier Jahre eigentlich nur deswegen still, weil ein Bediener fehlte. Vom Standort her liegt die Wiesenbauernmühle einfach ideal mitten in der Gemeinde Tennenbronn und ist für die Mühlentagstouristen nicht zu verfehlen.

Den Mühlentag sowie die weitere Entwicklung rund um das fast 300 Jahre alte Kleinod will Martin Grießhaber behutsam angehen. Sowohl Kurzentschlossene sollen bei den beiden festen Besichtigungsterminen auf ihre Kosten kommen, als auch die, die sich bei der Mühlenwanderung mit der Tradition auseinander setzen wollen. Rund sieben Kilometer lang wird die Wanderstrecke sein, die in einem bequemen Tempo absolviert werden soll. Treffpunkt ist um 14 Uhr auf dem Rathausvorplatz.

Über 40 Mühlen gab es zur Blütezeit in Tennenbronn, weiß Martin Grießhaber. Derzeit wird im Eichbachtal eine weitere Mühle renoviert. Er wird mit seinem enormen historischen Wissen und mit technischem Sachverstand viel Bemerkenswertes über diese Tennenbronner Tradition vermitteln können. Davon dürfen sich die Gäste, die Mühlentagstouristen und auch gerne die Einheimischen, überzeugen. „Es ist ganz gut, wenn man weiß, wo man her kommt“, so die Sichtweise von Martin Grießhaber.

Für die Zukunft haben der Führer vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord als auch Klaus Köser schon einige Ideen parat. In Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsamt wird die Wiesenbauernmühle am 8. August Ziel einer Mühlenwanderung sein. Außerdem kann es sich Martin Grießhaber vorstellen, mit Schulklassen das Thema zu beleuchten. Welche Schritte braucht es vom Korn bis zum Brot und wie mühselig gestaltete sich diese existenzielle Arbeit für die Vorfahren? Weitere alte Gerätschaften, wie eine Putzmühle, gibt es in der Wiesnbauernmühle, und die zeugen von der hohen Konstruktionskunst der Schwarzwälder. Schritt für Schritt, dafür aber nachhaltig will Martin Grießhaber die Mühlentradition wieder ins Bewusstsein holen. „Ich will schauen, wie die Themen bei den Besuchern ankommen und was besonders interessiert“, beschreibt er sein Vorhaben. Interessant dürften dabei die rechtlichen Hintergründe sein, denn die Müller waren nicht immer eine aufrechte Zunft.

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