St. Georgen So viel Spaß macht Guggenmusik
Gute Stimmung im Festzelt: Die elf Guggenmusiken wurden von den Festivalbesuchern begeistert gefeiert. Bilder: Bartler (2), Müller
Gaudi pur: Das Streitwagenrennen am Samstagnachmittag.
Fasnet im September, da wundert sich manch einer vielleicht, aber in Peterzell funktioniert das gut. Für Narren ist danach gleich wieder davor, oder andere sind so närrisch, dass sie aus der fünften Jahreszeit erst gar nicht herauskommen. Jochen Kitiratschky, bis Mai 2009 Vorsitzender der Närrischen Bürgerwehr Peterzell und Organisator des Guggenmusiktreffens, stand trotz der Arbeit die uneingeschränkte Freude über den Erfolg des Wochenendes ins Gesicht geschrieben. Die Guggenmusik „Bloos-Arsch“, eine Untergruppe der 33 Jahre alten Närrischen Bürgerwehr Peterzell, ist dieses Jahr 30 Jahre alt geworden. Die Vorbereitungen zum Fest liefen natürlich schon Wochen vorher und beim Guggenmusiktreffen halfen alle tatkräftig mit.
Elf Guggenmusiken aus Deutschland und der Schweiz kamen am Samstagabend zum Gratulieren. Die Tanzgruppen „Die Prinzengarde Schwäbisch Gmünd”, der Männertanz der Gremlins und die Tanzgruppe White Angels von der Guggenmusik „Bloos-Arsch“ peppten den Abend noch dazu optisch auf. Die Stimmung im vollbesetzten Zelt war riesig und die Party ging bis in die früheren Morgenstunden. „Wir sind im Laufe unserer Treffen wie eine Familie zusammengewachsen” , sagte Jochen Kitiratschky. „Daraus resultiert unsere herzliche Atmosphäre und jeder freut sich schon auf das nächste Mal.“
Den Freitag der Jubiläumsfeier eröffneten im schönen Festzelt die Buffalo Chips gar nicht fasnetsmäßig, sondern kräftig mit Rock'n' Roll vom Feinsten. Selbst ältere Semester fanden den Weg ins Zelt, dazu sind dies die besten Jahrgänge, groß geworden mit dem Sound bekannter Rock n' Roll Bands wie Bill Haley an his Comets. Die Stimmung im Zelt stieg stetig und die drei Vollblutmusiker hatten immer wieder eine optische Überraschung parat.
Vor allem Jörg Schlenker am Schlagzeug, standesgemäß mit Krawatte erschienen, legte mehrfach mit seinen gelungenen Luftsprüngen einen akrobatischen Augenschmaus ein. An der Gitarre Michael Metzmeier, er ist zentraler Mittelpunkt der Band und mit seinem Gesang und der virtuosen Gitarre sehr nahe am Original. Ebenfalls richtig artig mit Krawatte erschien Robert Walser mit seinem weißen Kontrabass. Von ihm ging mit tiefen Tönen die tiefgründige Seele der Musik aus. Am Samstagnachmittag ging es auf dem Festplatz sportlich zu, als sich die Teams beim Streitwagenrennen ins Zeug legten. Die Spielregel: Vier Mann ziehen den Wagen und der Lenker muss während des Parcours diverse Geschicklichkeitsprüfungen ablegen – eine Mordsgaudi. Mit 19 teilnehmenden Mannschaften am Streitwagenrennen schafften die Veranstalter eine Atmosphäre ähnlich der römischen Zirkusspiele. Dem Titelverteidiger der Narrenzunft St. Georgen gelang es nicht erneut das Siegertreppchen zu erreichen.
Die Bergstadtfetzer wurden beim Wettrennen indes von der Schweinegrippe überfallen. Die Behandlung derselben erweckte Lachsalven bei den zahlreichen Zuschauern. Triumphieren konnten dafür die Hochsteighexen aus Lauterbach, gefolgt von den Reichenbacher Ruasguggen II. Den dritten Platz teilten sich die erste Mannschaft der Reichenbacher Ruasguggen mit dem Rondo Belenziano. Während der Familiensonntag mit verspätetem Frühschoppen mit den Musikvereinen Unterkirnach und Buchenberg für die Kleinen Spaß und Abwechslung bot, nutzten die Erwachsenen den Tag für einen gemütlichen Ausklang. Das Handwerkervesper am Montag wird musikalisch von der Sackkapelle gestaltet.
