St. Georgen -
Vier Hobbyköche haben sich am Sonntag bei „Das perfekte Dinner – Kampf der Regionen“ gemessen. Mit dabei: Petra Schön aus St. Georgen, die unter Beweis stellte, dass der Schwarzwald mehr als nur Schinken zu bieten hat.
Fertignudeln kommen nicht in den Kochtopf: Petra Schön rührt den Spätzleteig an. Bei „Das perfekte Dinner“ vertritt sie im „Kampf der Regionen“ den Schwarzwald – mit Erfolg.
Bild: Vox/Philip Schüller
Vorspeise: Flädlesuppe mit alten Löffeln und frischen Blumen
Hauptgang: Filet vom Vorderwälder Rind nach Schwarzwälder Art, selbstgemachte Spätzle, Badischer Spargel
Nachspeise: Ein Dessert mit Schlagsahne so weiß wie der Schnee im Winter mit Schokolade so herb wie der Schwarzwald und Kirschen so rot wie der Bollenhut.
Drei-Gänge Schwarzwald-Menü
Vorspeise
Zutaten Fleischbrühe
- 1 ½ kg Rinderknochen vom Vorderwälder Rind
- 1 Stück Suppenfleisch vom Vorderwälder Rind
- 1 Bund Suppengrün frisch
- 2 Stück Knoblauchzehen
- 1 Stück Zwiebel
- 1 Bund Petersilie
- 1 TL Pfefferkörner schwarz
- 3 Stück Lorbeerblätter
- 4 Stück Gewürznelken
- 1 ½ TL Salz
Für die Fleischbrühe die Suppenknochen in 2 l kochendem Wasser aufsetzen. Dann das Fleisch waschen und zusammen mit den Knochen langsam aufkochen lassen. Eiweißschaum mehrmals abschöpfen. Anschließend das Gemüse putzen und nach 75 Minuten das Gemüse, die Zwiebel, Gewürze und Kräuter zu der Fleischbrühe geben. 2 Stunden köcheln lassen, dann die Brühe absieben und eventuell nach Belieben nachwürzen.
Zubereitung Flädle
Für die Flädle das Mehl, die Eier, Butter und die Milch vermengen und glattrühren. Dann den Schnittlauch und die Petersilie dazu. In einer Pfanne mehrere dünne Pfannenkuchen ausbacken, zusammenrollen und in dünne Streifen schneiden und in Teller zu heißen Fleischbrühe geben. Zuletzt mit Schnittlauch bestreuen.
Hauptspeise
Zutaten Filet vom Vorderwälder Rind
- 1 kg Filet vom Vorderwälder Rind
- 1 Schuss Olivenöl
- 1 Bund Rosmarin frisch
- 1 Stk. Knoblauchzehe
- 1 Prise Pfeffer
- 2 Prisen Salz
- 100 ml Rinderbrühe
- 200 Gramm Steinpilze
- 200 ml Sahne zum Kochen
Zutaten Spätzle
- 500 g Spätzelmehl - 4 große Eier - 1 TL Salz
Zutaten Spätzle
- 1 kg Badischer Spargel
- 1 Liter Wasser
- 1 Scheibe
- Zitrone unbehandelt
- 10 g Zucker
- 5 g Salz
- 100 g Butter
Hauptspeise
Zubereitung Filet vom Vorderwälder Rind
Das Rinderfilet in der Pfanne scharf in Öl zusammen mit Rosmarin und Knoblauch anbraten. Sobald sich das Fleisch von der Pfanne löst, wenden. Dann von allen Seiten auf diese Art anbraten. Danach die Gewürze und das Fleisch auf Alufolie legen und bei 140°C ca. 10 Minuten garen. Für die Soße in die Pfanne, in der das Rinderfilet angebraten wurde, die Rinderbrühe gießen, die geschnittenen Steinpilze hineingeben und kurz aufkochen lassen, mit Sahne ablöschen dann mit Pfeffer und Salz würzen.
Zubereitung Spätzle
Mehl, Eier und Salz in einer Schüssel kräftig schlagen bis der Teig Blasen wirft. Salzwasser aufkochen und die den Teig mittels einer Spätzlepresse in das kochende Salzwasser drücken. Spätzle einmal kurz aufkochen lassen bis alle oben schwimmen. Mit einem Schaumlöffel herausheben und in einer Pfanne mit heißer Butter schwenken.
Zubereitung Badischer Spargel
Spargel waschen und schälen. Wasser mit den übrigen Zutaten zum Kochen bringen. Spargel einlegen und ca. 20 Minuten kochen. Er ist gar, wenn er sich beim Anheben leicht durchbiegt. Danach den Spargel abschöpfen. Butter schmelzen, evtl. anbräunen und nach der Kochzeit über den Spargel gießen.
Nachspeise
Zutaten Biskuitboden
- 140 g Kuvertüre, Zartbitter
- 75 g Butter
- 6 Ei(er) 180 g Zucker
- 100 g Mehl
- 50 g Speisestärke
- 2 TL Backpulver
Zutaten Belag
- 800 g Kirschen (Sauerkirschen aus dem Glas), Abtropfgewicht
- 500 ml Saft (Kirschsaft)
- 4 EL Speisestärke, gestrichen
- 2 EL Zucker
- 100 ml Kirschwasser
- 800 ml Sahne
- 3 Pck. Vanillezucker
- 100 g Schokolade, Raspel- oder Borkenschokolade, halbbitter
Nachspeise
Zubereitung Dessert
Kuvertüre mit Butter im warmen Wasserbad schmelzen. Die Eier trennen. Eiweiße zu steifem Schnee schlagen. Eigelbe mit Zucker schaumig rühren. Kuvertüre unterrühren. Mehl mit Stärke und Backpulver über den Eischnee sieben und locker unterziehen. Biskuit in eine mit Backpapier ausgelegte Springform füllen. Im vorgeheizten Backofen bei 175°C 40-45 Min. backen. Biskuit auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Nach dem Erkalten zweimal waagerecht durchteilen, dazu am Rand waagerecht mit einem Messer ein wenig einschneiden, ein Stück Küchengarn um den Boden legen und über Kreuz herausziehen. Sauerkirschen durch ein Sieb gießen und vom Saft trennen, Speisestärke mit Zucker vermischen und mit etwas Saft glatt rühren. Den restlichen Saft zum Kochen bringen, die Speisestärke hineingeben und aufkochen lassen, die Kirschen hineingeben und etwas abkühlen lassen, mit der Hälfte des Kirschwasser versetzen.
Die Böden mit einem runden Ausstecher ausstechen und den ersten Boden unten in das Glas füllen mit Kirschwasser tränken und die Kirschmasse darauf verteilen. Sahne mit Vanillezucker steif schlagen und die erste Schicht mit der steifen Sahne abdecken. Den zweiten Boden obenauf legen wieder mit Kirschwasser tränken und die Kirschmasse darauf verteilen und mit der steifen Sahne abdecken und dann mit dem letzten Biskuitboden bedecken.
Den Rest der Sahne für die Verzierung in eine Spritztüte füllen und den oberen Biskuitboden mit einer Sahnerosette verzieren. Die Oberfläche der Sahnerosette mit Raspelschokolade oder zerstoßener Borkenschokolade bedecken und eine Kirsche zur Deko auflegen.
Sie kocht leidenschaftlich gerne
Normalerweise kocht Petra Schön aus St. Georgen für ihre Familie und für Freunde – und das leidenschaftlich gerne. Dass ihre Küche dabei von einem Kamerateam belagert wird, das jeden ihrer Handgriffe filmt und sie sogar zum Einkauf begleitet, kam bis vor Kurzem noch nie vor.
Für die Vox-Sendung „Das perfekte Dinner – Kampf der Regionen“ hat sie allerdings eine Ausnahme gemacht – schließlich wollte sie ihre Konkurrenten aus Schleswig-Holstein, Berlin und dem Weinbaugebiet Ahrtal von der Schwarzwälder Küche überzeugen. Das ist der Geschäftsführerin der Firma Syogra auch gelungen: Für ihr Menü, bestehend aus Flädlesuppe, Filet vom Vorderwälder Rind vom Peterzeller Untermühlbachhof und Schwarzwälder Kirschtorte im Glas erhielt sie 27 von 30 möglichen Punkten, nur zwei Punkte weniger als Hobbykoch Georg aus dem Ahrtal, der sich den ersten Platz sicherte.
„Absolut verdient, die Bäckchen waren butterzart“, sagt Petra Schön. Stundenlang hatte „Schorsch“ das Fleisch in Spätburgunder schmoren lassen und alleine für den Saucenansatz drei Liter Rotwein verbraucht. Überhaupt können Köche mit einer guten Sauce bei der St. Georgenerin punkten. „Ich bin ein riesiger Saucen-Fan.“
"Hammergut"
Die Bergstädterin selbst konnte beim „Kampf der Regionen“ auch ordentlich punkten. „Ohne Quatsch: hammergut“, zeigte sich der Schleswig-Holsteiner Finn vom Rinderfilet à la Petra Schön begeistert. Der 35-Jährige konnte nicht ganz so viele Punkte einheimsen, ebenso wenig wie Bianca aus Berlin, die sich mit ihrem Menü etwas übernommen und zeitlich ziemlich verschätzt hatte.
Ihr Hauptgang, Eisbein mit Champagnersauce, zu vorgerückter Stunde in homöopathischen Dosen serviert, kam bei ihren drei Gästen nicht besonders an. Von Petra Schön bekam die Berlinerin dafür immerhin großzügige acht Punkte, insgesamt reichte es aber nur für den dritten Platz.
Zumindest sorgte Bianca beim Servieren ihres Hauptgerichts für reichlich Heiterkeit unter ihren Gästen. „Es war halt schon Mitternacht, als das Eisbein endlich fertig war“, sagt Petra Schön schmunzelnd. „Und dann waren es nur winzige Portionen.“ Ein Glück, dass die Gäste von Bianca im Vorfeld an eine Dönerbude geschickt wurden, wo sie sich im Dönerschneiden versuchen durften und den einen oder anderen Happen essen konnten. „Sonst wären wir vermutlich verhungert.“
Auch wenn nicht alle von allen kredenzten Speisen immer restlos begeistert waren, erinnert sich Petra Schön gerne an die Dreh-Woche im Mai und ihre Mit-Köche. „Wir haben uns super verstanden und sind nach wie vor in Kontakt.“ Dass die 46-Jährige überhaupt beim „Perfekten Dinner“ landete, hat sie übrigens ihrer zwölfjährigen Tochter Lara zu verdanken. „Wir sehen die Sendung oft zusammen an“, erzählt sie. „Bewirb dich doch auch mal!“ meinte Lara irgendwann.
Gesagt, getan
Auch wenn sich Petra Schön kaum Chancen ausrechnete, für die Show ausgewählt zu werden, weil diese praktisch immer in Großstädten spielt. Für das neue Format „Kampf der Regionen“ erschien die Schwarzwälderin dem Sender jedoch ideal: Sie stammt von hier, sie kennt sich mit regionaler Küche aus und hat zu Hause auch genug Platz. Schließlich rücken für die Dreharbeiten nicht weniger als drei Kamerateams mit jeweils drei Mann inklusive Technik an.
„Später sieht man das nicht, aber während dem Essen stehen rund um den Tisch sechs Leute“, schildert Petra Schön. Das Kochen vor der Kamera war für die Diplom-Betriebswirtin kein Problem. Sie kocht gerne und routiniert; für ihr Menü hat sie kaum mehr als zwei Stunden benötigt. Wenn Petra Schön nicht gerade selbst in der Küche werkelt, genießt sie gerne ausländische Spezialitäten. Besonders die indische Küche mit ihren vielen Gewürzen, die sie von beruflichen Reisen kennt, hat es ihr angetan. „Aber am allerliebsten esse ich doch badisch.“
Champions League: Der richtige Tipp gewinnt!Borussia Dortmund oder FC Bayern München? Sie wissen, wer das Finale gewinnt und auch noch mit welchem Ergebnis? Dann tippen Sie und gewinnen mit etwas Glück tolle Preise!mehr...