St. Georgen Selbstverteidigung: Zwei Trainer stärken Kinder für gewaltfreie Konflikte

Selbstverteidigung als präventive Maßnahme. Trainer plädieren für gesunde Streitkultur. Caritas-Sozialarbeiterin geht es um das Selbstwertgefühl der Kinder.

Gewalt hat viele Gesichter und dafür müssen nicht erst die Fäuste fliegen. Sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz, Mobbing in der Schule, Kindesmissbrauch und Rassismus sind Formen von körperlicher oder seelischer Gewalt. Zwei Männer haben sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Erwachsene aus der möglichen Opferrolle zu holen. Levente Pop und Michael Gracia bieten in St. Georgen Selbstbehauptungskurse und Selbstverteidigungstraining für Kinder und Erwachsene an.

"Wir wollen unsere Klienten sensibilisieren und aufklären. Denn wir haben gemerkt, dass der größte Teil von Selbstverteidigung die Sensibilisierung ist", sagt Levente Pop, der schon als Kind von verschiedenen Kampfsportarten fasziniert war. Mit "wir" meint er auch seinen Kompagnon Michael Gracia. Zusammen haben sie im vergangenen Jahr beim Bundesverband für Gewaltprävention eine Ausbildung zum Präventionstrainer gemacht.

Schwerpunkt ihrer Arbeit sind derzeit Präventionskurse für Kinder. Im Black Forest Gym in der Friedrichstraße haben sie geeignete Räumlichkeiten "und einen guten Partner." In Rollenspielen und Szenarien werden die Kinder an mögliche Situationen herangeführt. "Die Kinder lernen hier, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und werden sensibilisiert, mögliche Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. In vielen Fällen kann man allein durch ein starkes Selbstvertrauen bereits verhindern, dass man Opfer eines Übergriffs wird", so Michael Gracia. Sollte es dennoch zu einem Übergriff kommen, lernen die Kinder, sich effektiv gegen einen Angreifer zur Wehr zu setzen.

Lisa Bader ist Schulsozialarbeitern beim Caritasverband Schwarzwald-Baar. Sie sieht solche Selbstbehauptungskurse als eine Möglichkeit, das Selbstwertgefühl von Kindern zu heben. "Es schadet sicher nicht, wenn Kinder lernen, aufrecht zu gehen und so nicht in die Opferhaltung geraten." Die Schulsozialarbeiterin zählt aber auch andere Möglichkeiten auf, die das Selbstwertgefühl von Kindern steigern. "Indem sie Erfolge haben in den unterschiedlichsten Bereichen, etwa im Sport oder im Kunstunterricht." Dabei gehe es nicht darum, den ersten Platz zu belegen. "Sondern, sich selbst ein Ziel zu setzen und dieses auch zu erreichen." Auch die Wertschätzung beispielsweise aus dem Elternhaus helfe, das Selbstwertgefühl der Kinder zu steigern. Zum Thema Mobbing sagt Lisa Bader, dass es wichtig ist, Kinder zu stärken, sich mitzuteilen. "Mobbing gibt es schon immer, aufgrund der schnellen Verbreitung über Onlineplattformen ist Cybermobbing aktuell jedoch eine besondere Herausforderung. Der Begriff Mobbing wird von der Gesellschaft aktuell aber auch oftmals voreilig verwendet."

Wie Pop und Gracia sagen, geht es in ihren Kursen nicht darum, Kinder und Jugendliche dahingehend zu trainieren, dass sie jeglichen Konfliktsituationen aus dem Weg gehen. "Eine Gesellschaft braucht eine gesunde Streitkultur", sagt Pop. Sein Trainingsansatz geht deshalb in die Richtung, Konfliktlösungspotential aufzuzeigen, um Auseinandersetzungen ohne Gewalt zu lösen. Dies erfordert auch einen pädagogischen Ansatz.

Selbstverteidigung

Wer weitere Informationen zu den Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen haben will, kann sich direkt mit den Trainern in Verbindung setzen: Kontakt: Levente Pop: levente-do@gmx.de, Telefon: 0172/ 9976206. Michael Gracia: info@gracia-sicherheit.de. Telefon: 0172/ 26412191. Internet: www.strong-swb.de

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